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Game of Thrones: George R. R. Martin Livestream am kommenden Sonntag aus Hamburg

George R. R. Martins: Das Lied von Eis und Feuer - Hoffen wir der Autor kriegt in den letzten Bänden noch mal die Kurve. Die Serie fing so gut an. (Image: obskures.de)

George R. R. Martins: Das Lied von Eis und Feuer – Hoffen wir der Autor kriegt in den letzten Bänden noch mal die Kurve. Die Serie fing so gut an. (Image: obskures.de)

UPDATE 21.06.2015: „Penhaligon, der Verlag des Autors, hat den Livestream abgesagt.“ (Mondbuchstaben, danke für den Hinweis.)

NDR. George R. R. Martin, der berühmte Autor von Das Lied von Eis und Feuer (auch bekannt als A Song of Ice and Fire oder Game of Thrones (GoT)) wird am kommenden Sonntag in Hamburg auftreten. Am 21. Juni 2015 wird er ab 19 Uhr im CCH zu Gast sein und aus einem unveröffentlichten Manuskript lesen. NDR.de plant diese Veranstaltung im Livestream zu übertragen.

Am vergangenen Sonntag strahlte der amerikanische Bezahlsender HBO die letzte Folge der 5. Staffel der Fernsehserie Game of Thrones aus, die mittlerweile recht lose auf seinen Romanen basiert. Obwohl die Flimmerkistenadaption immer weiter von der Buchvorlagevorlage abweicht, geht auch ihr zwischenzeitlich die Luft aus. Wochenlang wird mit kalkulierter Provokation – also wieder einmal mit Vergewaltigungen, Kindsmord und schließlich einem großen Protagonistensterben – aufgewartet, doch trotz einiger Lichtblicke (z. B. Hardhome?) schwindet der Zauber von Westeros.
Gefühlt ebenso stereotyper wie endloser Fantasy-Nihilismus wirkt ähnlich ermüdend wie formelhaft wiederkehrende Heldengeschichten um allmächtige Ringe (Schwerter, etc.) und unglaublich niederträchtige Schurken. Spätestens seit dem blubbrigen fünften Roman A Dance of Dragons wird es Zeit, dass Herr Martin zum Punkt kommt und sein Lied endlich zu Ende singt.

Aller Kritik zum Trotz, George R. R. Martin gelang es mit seinen ersten Das Lied von Eis und Feuer-Bestsellern, das überstrapazierte, hoffnungslos totgekaute und offensichtlich an Tolkien angelehnte Schema F(antasy) von „Gut gegen Böse“ zu durchbrechen. Ohne ihn würden die allermeisten fabelhaften Oberbösewichter noch immer darauf warten, dass irgendwelche mächtigen Preziosen erfolgreich gegen sie ins Feld geführt oder in einen Vulkan geschmissen werden. So gesehen, sind seine wegweisenden Dramen aus den Sieben Königslanden weiterhin eine sehr willkommene Abwechselung. Von daher könnte sein Auftritt bzw. der vom NDR ankündigte George R. R. Martin Livestream ganz unterhaltsam werden. Gute Unterhaltung.

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6 Kommentare

  1. *Grins* – Die Neuigkeit des Streams: Der nächste Band braucht noch. Wird dauern. Aber guckt die Serie, da erfahrt ihr dann alles.

  2. George R.R.Martin ist sicher momentan der bekannteste Fantasy Autor dessen Werk nicht dem tolkienschen Gut-gegen-Böse-Questemotiv folgt.
    Es ist aber beileibe nicht der einzige oder der erste.
    ein paar Beispiele:
    Der einflussreichste in RPG Spielerkriesen von diesen dürfte Michael Moorcock sein. Mit Elric und seinem Schwert Sturmbringer schuf er den wohl bekanntesten Antihelden der Fantasy. Interessant ist sein Artikel von 78′ in der er Tolkiens Werk als Epic Pooh bezeichnet (http://www.revolutionsf.com/article.php?id=953).
    Dann wäre da sicher noch Steven Brust mit seinem Vlad Taltos Zyklus zu nennen. Die Hauptfigur (und ich Erzähler) ist ein professioneller Assassine und Unterweltboss.
    Auch Glen Cooks Werke (Dread Empire, Black Company und Instrumentalities of Night Zyklen) haben so gar nichts mit der tolkienschen Ethik gemeinsam.
    Dann muss ich natürlich auch noch Terry Pratchett nennen. Obwohl es hier Zwerge, Elfen und Trolle verschollene Königssöhne und magische Artefakte gibt kann man ihm höchsten nachsagen Tolkien zu parodien.

    • Es stimmt, Herr Martin ist nicht der erste, aber vermutlich zurzeit der populärste Fantasy-Autor, der nicht dem Tolkien-Leitbild folgt.

      Glen Cooks Black Company hat in der Tat etwas. Howards Conan und Fritz Leibers Helden würde ich ebenfalls als ziemlich „hobbitfrei“ bezeichnen.

  3. Hallo Ingo,
    Howard und Leiber, Merrit und Jack Vance und Clark Ashton Smith und viele andere der Pulp Schriftsteller haben aber schon vor dem Hobbit und dem Ringherren ihre Geschichten geschrieben. Daher hatte ich sie nicht in die beispielhafte Aufzählung mit einbezogen.