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The Wolf among the Elder Scrolls of the Banner Saga

The Elder Scrolls Online. Online-Rollenspieler freuen sich über das neue MMORPG von Bethesda Softworks. Am 4. April 2014 soll das sogenannte Online-Rollenspiel erscheinen. Der gerade veröffentlichte 8-minütige Cinematic-Trailer versüßt für viele die Wartezeit und erhöht vermutlich die Kaufbereitschaft.

The Elder Scrolls Online – The Arrival Cinematic Trailer ist also mal wieder voll fett und total beeindruckend.

Nein, nicht wirklich. Technisch vielleicht, aber seltsamerweise sehen diese Appetitanreger gefühlt immer gleich aus. Erinnert sich noch jemand an den Warhammer Online-Trailer (Mythic/Electronic Arts – usw.)? Eine Handvoll Helden macht ein paar kleine Aushilfsmonster nieder, dann kommt ein größeres Monster…  Gähn, ich muss mich entschuldigen, ich bin vor Langeweile eingeschlafen.

Trotz vieler Millionen in der Portokasse und feist inszenierter Tricks kommt dabei Rollenspiel, wenn man es überhaupt so nennen will, und Erzählkunst aus der finstersten Rollenspielsteinzeit heraus. Dass diese technisch raffinierten Blendwerke noch immer funktionieren? Ja, das ist beeindruckend.

Sind diese Spiele mittlerweile, die zu groß gewordenen Brüder von Dungeons & Dragons oder des Pathfinder RPG? Wir verändern ein wenig die Pixeldichte, die Zahl der Polygonen und die Farben, um dann zu fragen, dürfen wir euch mehr von dem Gleichen verkaufen? In dieser Daddelkiste nichts Neues, würde ich sagen. Ok, next one.

Viel Vergnügen beim Monsterschnetzeln, das überkandidelte Elder Scrolls Online freut sich gewiss über kaufbereite Helden und Mitspieler.

„Everyone has a weakness. Just have to find where it is… and push.“
The Wolf Among Us Episode 2: Smoke & Mirrors quote

Warum spiele ich Rollenspiele? Mich interessieren interaktive Geschichten …
Uninspiriertes lynchen von Unholden und plündern war einmal vor langer Zeit ein erster Einstieg. Heute geht es um andere Dinge … Storytelling, Baby!

Telltale Games. Neben ihrer Hitadaption des Zombie-Übercomics The Walking Dead, gerade läuft Season 2, haben die ehemaligen LucasArts-Mitarbeiter ein weiteres heißes Eisen im Feuer. Sie entführen Knöpfchendrücker in die Welt der Fables, ein Comic von DC Vertigo, und dem Bösen Wolf.

Mich „bewegt“ dieser Teaser, denn es geschieht etwas und es kommen Fragen auf, deren Lösung irgendwie spannend sein könnte. Einige Telltale-Spiele sind in meinen Augen wie gute Serienunterhaltung für die Glotze. Es gibt mehr als einen sehenswerten HBO-Titel.

Täusche ich mich, oder klingt der Score des The Wolf Among Us Episode 2 Red Band Trailers nach alten Massive Attack? Ich bin wirklich gespannt, was Telltale mit ihrer Game of Thrones-Lizenz anstellen. Das könnte großartig werden.

The Banner Saga: Alette and Rook encountering Dredge near Skogr. (Image: Stoic Studio)

The Banner Saga: Alette and Rook encountering Dredge near Skogr. (Image: Stoic Studio)

Apropos großartig und Geschichten erzählen? Ein Kickstarter, ein Indie zeigt, wie es gehen kann.

The Banner Saga. Stoic nutzte sein überschaubares Crowdfunding-Budget für eine echte kleine Adventure-Perle. Im Gegensatz zu Elder Scrolls (IV) bietet diese Spielerzählung keine x-beliebige Open World mit einem Hauch Nordmannästhetik, sondern ein eigenständiges, in sich geschlossenes und fantastisches Wikingermärchen zum Nachspielen. Die gehaltvolle Story erreicht zwar nicht ganz das Niveau von King of Dragon Pass, aber das Artwork und der Soundtrack sind einfach spitzenmäßig.

Für Teil 2 von The Banner Saga wünsche ich mir lediglich etwas mehr Animationen und Vielfalt.

Wie bei The Wolf Among Us geht es um Entscheidungen und Konsequenzen. Zwei wertvolle Ingredienzien für gute Bücher, Filme und wohl auch (Rollen-)Spiele – egal, ob analog oder digital.

Vielleicht bin ich altmodisch, aber eine vielversprechende Geschichte interessiert mich mehr als jedes bereits morgen abgedroschen wirkendes Trickfeuerwerk. Zumindest die beiden letztgenannten Kabinettsstückchen The Banner Saga und The Wolf Among Us eignen sich aus meiner Sicht als Anregung für viele Tischspielrunden.

In beiden Welten würde ich sofort rollenspielen… Analog ist einfach besser. Nicht immer, aber sehr oft!

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4 Kommentare

  1. Baldwin IV.

    31/01/2014 @ 20:56

    Geht mir hundertprozentig genauso. Ich habe zwar Skyrim gespielt aber „Nachwirkungen“ hat das Spiel keine. Im Endeffekt fühlt sich das spiel so an als würde ich in einer schlechter aussehenden Realität durch die Gegend spazieren und immer mal wieder etwas halbwegs interessantes entdecken.
    Die Jagd nach der immer realistischeren Grafik ist es meiner Meinung nach auch, die verhindert, dass Computerspiele als Kunst wahrgenommen wird. Photorealismus habe ich sobald ich aus der Haustür gehe.
    Ich will zunächst einmal eine tolle Geschichte und dann möchte ich sie in einer stimmigen Präsentation (und die wird für mich nicht durch eine immer bessere Grafik erreicht).

    Deshalb sind für mich die Telltale-Adventures seit Walking-Dead sowie auch The Banner Saga absolute Spitzentitel, an die für mich aktuell sicher kein AAA-Titel heranreicht.

    • „Ich will zunächst einmal eine tolle Geschichte und dann möchte ich sie in einer stimmigen Präsentation (und die wird für mich nicht durch eine immer bessere Grafik erreicht).“

      D’accord. Einige meiner Freunde schwärmen geradezu von Last of Us (PS3) und ich muss sagen, dass zumindest die Spielvideos, die ich kenne, sehr beeindruckend aussehen.
      Last of Us dürfte wohl zu den AAA-Titeln gehören, oder?

      In Sachen Spieltiefe erreicht die wunderschöne Banner Saga, wie gesagt, nicht ganz die Vielfalt von King of Dragon Pass, aber das ist nun wirklich Leiden auf höchsten Niveau. Ich freue mich schon auf Witcher 3 und The Banner Saga II …

    • Vielen Dank für diesen Hinweis. Das ganze erinnert stark an Games Workshop und die Space Marine-Namensrechtdiskussion.

      Unglaublich was „juristisch“ alles möglich ist. Mithilfe von Winkeladvokaten kann man sich wohl (beinahe) jeden allgemein gebräuchlichen Begriff wie Saga oder Banner einverleiben.