Artikelformat

Game of Thrones Season 4: A Foreshadowing Teaser

HBO. Der amerikanische Bezahlsender schlägt mit dem neuen rund 15-minütigen Promovideo Game of Thrones Season 4: Fire and Ice Show (auch bekannt als A Foreshadowing) ordentlich die Werbetrommel für die kommende vierte Staffel. Am 6. April 2014 endet das Warten für die Fans in den Vereinigten Staaten.

„I am guilty of being a dwarf.“
– Tyrion teaser quote

Ich erwarte Großes. Erwartungsfroh hibbelig warte ich also ab, was auf uns zukommt.

„They can live in my new world or they can die in their old one.“
– Daenerys Targaryen teaser quote

Game of Thrones: Red Wedding (Dejan Delic ©2012, All Rights Reserved.)

Game of Thrones: Red Wedding (Dejan Delic ©2012, All Rights Reserved.)

Abgesehen von den in meinen Augen unnötigen Folterszenen Theons gibt es in meinen Augen wenig beanstanden. In den Büchern verschwindet er und taucht später wieder „verändert“ auf. Diese Lösung hätte ich ebenfalls in der TV-Serie bevorzugt. Dieser verzichtbare Torture Porn in Season 3 war einfach etwas zu viel des Guten für meinen Geschmack.

“It’s not building towards one specific climatic event. There are more climatic events in season 4  then there have ever been before.”
– D. B.  Weiss teaser quote

Nichtsdestoweniger freue ich mich bereits auf Oberyn Martell, die Sand Vipers, die Brotherhood without Banners, die mir im Teaser nicht auffiel, aber hoffentlich wieder dabei sein wird und natürlich auf die andere große Hochzeit nach der Red Wedding. Cold Hands?

„They are dragons, Khaleesi. They can never be tamed.“
– Jorah Mormont teaser quote

Warum ich George R. R. Martins Lied von Eis und Feuer und die Adaption für die Flimmerkiste so schätze? Das hat verschiedene Gründe. Ein Freund beschreibt die Faszination recht gut: „Game of Thrones ist [für mich] mehr Shakespeare als Tolkien.“
„No one is safe on Game of Thrones.“, ist ein weiterer Aspekt, der in meinen Augen für die Geschichte spricht. Im Herrn der Ringe muss – natürlich – der arme Sünder Boromir dran glauben. Diese nach meiner Einschätzung christlich geprägte Vorhersehbarkeit wird recht erfolgreich in Westeros vermieden.

„Hodor“
– Hodor teaser quote

Die Figuren sind vielleicht nicht immer die cleversten, aber sie blicken auch nicht wie die Zuschauer, auf das Geschehen. Sie sind Beteiligte, die ihre Welt durch individuelle Wahrnehmungsfilter erleben und sich entwickeln. Arya Stark und Jaime Lannister sind vorzügliche Beispiele für unterschiedliche Perspektiven und ihre Konsequenzen. Kein Charakter ist einfach nur gut oder böse. In welcher anderen Fantasy-Geschichte wandelt sich ein Protagonist wie der Königsmörder innerlich und äußerlich so nachhaltig? In den Büchern wird dies deutlicher als in der Fernsehserie. Last but not least verunstalten die HBO-Produzenten weder die Kerngeschichte noch die Präsentation wie etwa Peter Jackson. Hier soll kein Königreich zurück erobert werden, obwohl es im Hobbit zunächst primär darum geht, einen Schatz zu bergen. Die Figuren sind gemeinhin keine albernen Karikaturen und es gibt keine bonbonfarbene Mittelerde. David Benioff, D. B. Weiss und ihr Team treffen zumeist den richtigen Ton, indem sie behutsam eigene Ideen einbringen.

„… who else has dragons, really?“
David Benioff teaser quote

Ich bin guter Dinge, dass Game of Thrones die bisherige Qualität halten wird – zumindest deutet der Foreshadowing-Teaser dies an.

The 6. April 2014 is coming!

Image: Dejan Delic
Via: Winteriscoming.net

Weitere interessante Artikel?

  1. Game of Thrones Season 4: First Trailer
  2. Game Of Thrones Season 3: “Walk of Punishment” Teaser
  3. Game of Thrones: Teaser-Trailer für Season 3
  4. Game of Thrones Season 3: “All of Us“ Teaser
  5. Game Of Thrones Season 3: „The Bear and the Maiden Fair“ Teaser

6 Kommentare

  1. Du und Deine Schwert & Schniedel-Soap ;)… Aber der Vergleich mit Shakespeare ist natürlich drollig (ja, genau das), weil

    a) Shakespeare wußte Plotökonomie einzusetzen. Im Gegensatz dazu leidet ASOIAF schlicht an Adipositas (wieviel Bände würde GRRM für Hamlet brauchen? Vier. Und der Vierte würde ewig auf sich warten lassen)
    b) Ist Shakespeare’s Sprache einfach nur ergreifend schön. GRRM hingegen verrät ein, ah, reduziertes Vokabular und ein Mangel an Sprachrhythmik.
    c) Hat Shakespeare sein Zeug vollendet, wohingegen wir alle doch schon wissen, wie A Song of Ice and Fire endet: Mit dem Tod von GRRM…

    Ansonsten läßt mich der Teaser genauso kalt wie die komplette Season vorher.

  2. Ich kann mir gut vorstellen wo der Shaekspeare Vergleich herührt. Schief wird dieser erst, wenn man ihn, wie mein Vorredner, auf Ebenen ausdehnt, auf die er, wage ich zu meinen, gar nicht gemeint sein konnte.

    Ich fand die ASOIAF Reihe auch (bis US Buch 4) nicht aufgebläht, ganz im Gegenteil prallst gefüllt mit Handlung. Für das hohe Gewicht bei GRRMs ASOIAF ist narrative Muskelmasse ursächlich, keine Adidingsda.

    GRRMs Lektor hätte aber wirklich etwas besser schleifen könnnen.

    Dennoch ein großartiges Schniedel und Schneisen Epos !

  3. „Ich kann mir gut vorstellen wo der Shaekspeare Vergleich herührt. Schief wird dieser erst, wenn man ihn, wie mein Vorredner, auf Ebenen ausdehnt, auf die er, wage ich zu meinen, gar nicht gemeint sein konnte.“

    Die Ebenen, auf die ich ihn „ausdehne“ sind Plotführung, Handlungsdichte, Stil und Figurenzeichnung. Wenn man die rausnimmt bleibt nix außer „verwendet Buchstaben auf Papier“. Insofern stimme ich Dir zu; hier sind Shakespeare und GRRM sehr ähnlich.

    Auf die „narrative Muskelmasse“ geh ich jetzt nicht ein, da verlier ich zuviel Zeit, weil ich zwischendrin immer so lange lachen muß, bis ich einen Hustenanfall habe.

    Leute, um es kurz zu machen: GRRMs Soap gefällt euch und das ist gut. Aber macht draus doch bitte kein literarisches Ereignis. Big Macs sind lecker (oder auch nicht, YMMV), aber zum Ärgernis werden sie, wenn jemand sie zu Sterneküche verklärt.

    • Da ist er wieder – dieser überhebliche Ton, den ich insbesondere im Internet der oberschlauen Nerds/Geeks gar nicht schätze und gegen den ich leider ebenfalls nicht immer gefeit bin. Manchmal möchte ich die Kommentare hier schließen. Immer wieder stelle ich die gleiche Frage: Warum soll es nur eine „wahre Meinung/Wahrheit“ geben?

      Doch zunächst eine halbwegs sachliche Antwort. Ich schrieb:

      “Game of Thrones ist [für mich] mehr Shakespeare als Tolkien.”

      Was ist falsch daran? Mir scheint, Dir sind zwei wesentliche Details entgangen.

      1. für mich – also meine ganz persönliche Meinung.
        Ich empfinde es in der Tat so, dass Herr Martin mit seinem SoIaF näher an Shakespeare als an Tolkien bleibt. Gut so!
        Er hat ein gewisses Spitzengefühl für Tragik, was ich bei Tolkien gänzlich vermisse. Letzterer schreibt „voll nordisch“ inspirierte Möchtegernepen – ohne Schniedel und auch Biss, die durch und durch christlich motiviert wirken. Beispiel: Boromir, der arme schwache Sünder, stirbt selbstverständlich und der gute, gebeutelte Frodo fährt letztlich mit einem Schiff „gen Himmel“. Ich nehme z. B. das Nibelungenlied anders war.
        Mit anderen Worten: Während der verquarzte Universitätsprofessor, ausgestattet mit geringem Erzähltalent, in seinem akademischen Elfenbein hockte, und eitle hoch vergeistigte Makulatur voller ein- wenigdimensionaler Abziehbildhelden beschränkter Moral und dämlicher, böser Schurken verfasste, beschreibt GRRM widersprüchliche Menschen, die immer wieder zwischen ihren Ambitionen, Ängsten und Fehlwahrnehmungen aufgerieben werden. Um ähnliche Themen geht es meines Erachtens auch bei Shakespeare. Meine Position.
      2. mehr
        An keiner Stelle behaupte ich, dass Martin „genauso toll“ wie Shakespeare ist.
        Sie beackern nach meinem Dafürhalten das gleiche menschliche Motivfeld. Daraus ergibt sich für mich das Bindeglied zwischen den beiden.
        Martin macht seine Sache dabei sehr gut – für meinen Geschmack. (Bis Band 3 oder 4 – je nach Laune.)

      Ein Redakteur des The Guardian und der Literaturkritiker T. M. Wagner sehen ihrerseits eine gewisse Nähe zwischen Herrn Martins Werk und dem klassischen Dramatiker und Lyriker aus Großbritannien.

      „After all, let it never be said Martin doesn’t share Shakespeare’s fondness for the senselessly tragic. Martin ventures where Tolkien never dared but where Will hung out frequently: smack dab in the heart of darkness.“ – T. M. Wagner (13. Feb. 2014)

      Passt in meinen Augen.

      „… da verlier ich zuviel Zeit, weil ich zwischendrin immer so lange lachen muß, bis ich einen Hustenanfall habe.“

      Andere Wahrnehmungen und Meinungen ins Lächerliche zu ziehen ist keine solide Grundlage für eine Diskussion, oder? Ich bezeichne dies als Hochmut.
      Unterhältst Du Dich gerne mit Menschen, die Dir immer wieder das Gefühl der Unterlegenheit vermitteln?

      Eine Kollegin und in meinen Augen sehr belesene Germanistin wies mich erst vor ein paar Wochen darauf hin, besser auf meine Sprache zu achten, denn bei der Verwendung
      von Ironie nehme man (ich) eine Verletzung seines Gegenübers in Kauf. Danach hielt sie mir ein Buch den Gebrauch von Sprache unter die Nase. Den Titel habe ich vergessen, muss ich ggf. nachreichen. „Achte auf Deine Worte, denn …“

      Sprache ist begrenzt und die Diskussionsmöglichkeiten des Internets ebenfalls. Ein Austausch auf „gleicher Ebene“ wäre schön.

      Abschließend noch ein Wort über „Schwert und Schniedel“.

      “We can see machine guns but we can’t see f**king – sorry – people? I really don’t get, I have to make a point here. Who sleeps with their bra on? I mean, sorry if that’s a Dutch approach but I think we need to get used to it. It’s part of life.” – Carice Van Houten – Game of Thrones actress of Melisandre (13. Feb. 2014)

      D’accord: Tolkien offeriert lediglich sterilisierte, stumpfe Schwerter und (Verhütungs-)Ringe – wenig Leben und schon gar keine Schniedel.
      Shakespeare und auch Game of Thrones geben sich redlich Mühe, um Schwerter, Schniedel und vor allen Dingen Leben zu zeigen.
      Das klappt nicht immer, aber zumindest Hin und Wieder.

    • Du wirst GRRM auf so manches Parkett zerren können auf dem eine schlechte Figur macht. Trotzdem finde ich den tendeziellen Vergleich passend, Pedanterie aber, hielte er, da hast du recht, nicht stand.

      Im schundgepflasterten Genre der Fantasy wurde ich bislang nicht besser Unterhalten, Big Mac Niveau ist für mich anders, aber da bin wohl nicht Elitarist genug. Um deinemeine Analogie aufzugreifen, ein Sterneburger, kein Big Mac, aber ein Burger. Lach huste und ärger dich weiter, ich mag das nicht zum Anlaß nehmen meinen Enthusiamus zu zensieren.