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Lamentations of the Flame Princess: New Books!

The Seclusium of Orphone of the Three Visions - written by D. Vincent Baker (Cynthia Sheppard, Lamentations of the Flame Princess)

The Seclusium of Orphone of the Three Visions – written by D. Vincent Baker (Cynthia Sheppard, Lamentations of the Flame Princess)

Sphärenmeisters Spiele. Lamentations of the Flame Princess – Weird Fantasy Role-Playing Rules (kurz LotFP) trumpft mit – sehenswerten – Neuveröffentlichungen auf.

Das in diesem Zusammenhang häufig verwendete Label Old School Renaissance (kurz OSR) finde ich ziemlich irreführend. Ein Spiel überzeugt mit guten Ideen und einer beachtenswerten Präsentation, aber nicht mit einem seltsamen „Qualitätssiegel“, das darauf hindeutet, hier geht es um einen „Dungeons & Dragons retro-clone“. Früher war nicht alles besser … auch nicht im Rollenspielmarkt. Punkt.

Die ausgezeichnete D&D-Liebeserklärung 13th Age von Rob Heinsoo und Jonathan Tweet (u. a.) ist gewissermaßen traditionell und gleichzeitig innovativ. Es geht also auch ohne diesen OSR-Mumpitz für denkfaule (?) orientierungslose Rollenspieler.

Nichtsdestoweniger höre ich immer wieder gerne auf die Tipps meines Online-Dealers Roland von Sphärenmeisters Spiele. Wir tauschen uns regelmäßig aus, was gerade so „angesagt“ ist und was mich interessieren könnte.

Quelong - written by Ken Hite (Jason Rainville, Lamentations of the Flame Princess)

Quelong – written by Ken Hite (Jason Rainville, Lamentations of the Flame Princess)

Er weiß auch, dass OSR für mich eher ein Abschreck- als ein Kaufargument ist. Die meisten Rollenspiele dieser Art sind in meinen Augen nicht das Papier wert, auf das sie gedruckt wurden.

Ausnahmen bestätigen die Regel. The Magnificent Joop van Ooms für Lamentations of the Flame Princess halte ich für einen kleinen Geniestreich.

Überdies schreiben nunmehr einige Spitzendesigner für Lamentations of the Flame Princess. Ich sage nur Ken Hite (Night’s Black Agents etc.) und D. Vincent Baker (Apocalypse World etc.). Wer da noch nicht hellhörig wird, spielt besser weiter Munchkin-Pfadfinder …

Rules & Magic (Cynthia Sheppard, Lamentations of the Flame Princess)

Rules & Magic (Cynthia Sheppard, Lamentations of the Flame Princess)

Finanziert mithilfe einer Crowdfunding-Kampagne (Indiegogo) gibt es jetzt das neue Hardcover-Grundregelwerk LotFP Rules & Magic von James Edward Raggi IV.

Ferner wartet das LotFP-Programm seit Kurzem mit The Seclusium of Orphone of the Three Visions (D. Vincent Baker) Qelong (Kenneth Hite), Fuck For Satan (James Edward Raggi IV) und dem geheimnisvollen LotFP Adventure Number Ten auf. Der Sänger von Gwar soll angeblich auch noch an einem Abenteuer schreiben.

Ganz ehrlich, ich brauche keinen old school D&D-Klon, aber man sieht einfach, dass LotFP heraussticht, weil das Material mit viel Leidenschaft und entsprechenden Qualitätszielen produziert wird, wenngleich es spieltechnisch nicht ganz meinen Geschmack trifft. Take it, or leave it. Mir gefällt entsprechend die Machart und die Konsequenz dieser Rollenspielreihe. Deshalb unterstütze ich Lamentations of the Flame Princess von James Edward Raggi IV immer mal wieder.

An dieser Stelle danke ich Sphärenmeisters Spiele und Roland für die immer wieder interessanten Tipps und den kontinuierlich ausgezeichneten Service seit Jahren. Ohne ihn gäbe es diesen tellerrandübergreifenden Artikel nicht. Man merkt bei ihm sehr schnell, auf der anderen Seite ist ein Kenner am Werk, der sich auf seine Kunden einstellt … Empfehlung (nicht nur für LotFP)!

PS: Das großartige Cover von Cynthia Sheppard für Lamentations of the Flame Princes: Rules & Magic ist das Geld alleine wert. Die Dame versteht ihr Handwerk.

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  4. Lords of Gossamer and Shadow: (Amber) Diceless Role-Playing via Kickstarter
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4 Kommentare

  1. Interessant, dass OSR bei dir so negativ konnotiert ist. Für mich bedeutet der Begriff keineswegs Rückwärtsgewandheit, sondern steht für kreativen Input, eine aktive Szene und einfache, dem Spiel dienliche Regeln. LotFP tut ganz genau das, wofür die OSR für mich steht.

    • Du hast recht. OSR brauche ich nicht. Es gibt das D&D Rules Compendium und Hausregeln.

      Ich brauche kein Labyrinthlord, Dungeoncrawl … Letzterer Vertreter hat auch noch die Dicke eines Telefonbuchs … Was soll das? Der Produktionswert ist oft erschreckend.

      LotFP ist spielmechanisch ziemlich uninteressant, aber Ooms und andere Sachen stechen hervor, funktionieren auch mit „richtigen“ Rollenspielen, die nicht – nur – altes D&D kopieren und hausregeln …

      Ich mochte & mag TnT ohnehin mehr als Dungeons & Dragons. D&D bleibt prinzipiell „ne lausige Umsetzung“ einer ausgezeichneten Grundidee.

      Geschmäcker sind verschieden. Es gibt genug DSA/D&D/Pathfinder/Shadowrun/OSR-Fanseiten … Mich interessieren andere (Rollen-)Spiele…

      Hier geht es um meine und die Meinung anderer … Wenn ich Labyrinthlord oder Shadowrun 5 nicht spannend, oder gar misslungen finde, dann schreibe das auch so.

      Zuviel Reviews/Meinungen sind „gekauft“ ohne das die „Unterstützung“ ausgewiesen wird.

      Du hast jedoch recht, OSR ist „angesagt“, wenn man das so nennen mag. Ich lese lieber 13th Age … Tolle Ideen und überdies super geschrieben …

      Welche Innovationen bieten denn die OSRs? Es wirkt zumeist sooo retro … und bekannt. Ich sehe zu wenig Interessantes. Ausnahmen bestätigen die Regel.

      • No offense meinerseits, es gibt ja genug Ecken im RPG Sandkasten für jeden :) Ich wunderte mich nur, dass du einerseits die LotFP Sachen lobst und andererseits die OSR als unkreativ empfindest Eben weil LotFP für mich ein Paradebeispiel vom gelungenen „OSR Spirit“ darstellt.

        Aber um nochmal genauer drauf einzugehen („Welche Innovationen bieten denn die OSRs?“): Die OSR lebt von der Community, die ihr Material verfügbar macht. Dabei ist natürlich durch die OGL und die daraus erwachsenden Retroklone der Fokus auf classic D&D als leichte und leicht anpassbare Regelbasis vorausgesetzt. Die Sachen sind nicht immer frisch oder optisch sonderlich hübsch aufbereitet, sondern oft genug „direkt vom Tisch ins PDF“ kopiert worden. Wenn du dir die OSR anschaust, solltest du zugegebenermaßen keine optischen Wunder erwarten – Ausnahmen wie LotFP bestätigen da eher die Regel. Aber auch die LotFP Sachen waren zumindest anfangs einfach Jims Abenteuer, die er ein wenig aufbereitet und verschriftlicht hat. LotFP entstand ja nur, weil Jim ein eigenes Label für seine Abenteuer wollte. Aber vielleicht sagen ein paar Beispiele mehr?

        Jack von http://talesofthegrotesqueanddungeonesque.blogspot.de/ hat zwei coole Settings in PDF und POD Form rausgebracht, inhaltlich ists B/X D&D. Das eine Setting ist Gothic Horror, ein wenig Ravenloft done right. Das neuere „Planet Motherfucker“ ist eine abgedrehte Endzeitdystopie voller popkultureller Anspielungen.

        Mit Fight On!, Oubliette und neuerdings Crawl gibt es einige lesenswerte Fanzines aus der OSR und nahen Umgebung, leider ging die FO! den Bach runter.

        Adventurer, Conqueror, King bekommt durchweg gute Kritiken für Optik und den Schwerpunkt auf Führungspersönlichkeiten als SC inkl. Domain Play bei bestehendem D&D Regelkern. http://www.autarch.co/

        Schlussendlich erlaubt die zugrundeliegende OGL, eigenes Zeug für ein regelleichtes und von vielen gespieltes System herauszubringen. Sachen wie die One Page Dungeon Contests zeigen, wie einfach eine Teilhabe ist.
        Ganz persönlich erzeugt die OSR für mich kein Retrogefühl, weil ich erst so um 2000 rum mit DSA3 anfing und vor der 4E so gut wie keinen Kontakt mit D&D hatte. Ich habe lange mit Indie RPGs oder erzähllastigen Spielen wie PDQ und FATE rumprobiert, weil mir dicke Regelmonster immer weniger SPaß boten. Leider konnten die besagten Spiele das auch nicht. Tatsächlich überraschend habe ich dann mit cD&D in Form von Labyrinth Lord nach einiger Einarbeitung genau das Spiel gefunden, was ich wollte: Klassische Fantasy, leicht zu handhaben für SL und Spieler, ein Baukasten für die eigene Kampagne. Macht man dazu noch den Browser auf und sucht ein wenig, findet man massenweise Material, das nicht zum lesen oder für den SChrank, sondern direkt für den Spieltisch konzipiert wurde. Neue Monsterkompendien, Spruchsammlungen mit neuem Flavor wie Space Age Sorcery (http://hereticwerks.blogspot.de/2013/03/space-age-sorcery-now-available-for.html), Stadtbeschreibungen und -baukästen wie Zak S.’s Vornheim und natürlich haufenweise Abenteuer, Schauplätze usw.

        Die OSR besteht aus Leuten, die ein bestimmtes Spiel spielen und ihre Sachen wahlweise umsonst oder auch kostenpflichtig teilen. Und das finde ich unglaublich großartig. :)

        Gruß
        Tarin

        • „No offense meinerseits, es gibt ja genug Ecken im RPG Sandkasten für jeden :) Ich wunderte mich nur, dass du einerseits die LotFP Sachen lobst und andererseits die OSR als unkreativ empfindest Eben weil LotFP für mich ein Paradebeispiel vom gelungenen “OSR Spirit” darstellt.“

          Wer frei von Widersprüchen ist, werfe den ersten Würfel.

          Ich schätze einige Sachen und Aspekte von LotFP, ABER andere Dinge sind scheußlich. Die Nähe zur Roten Box ist beispielsweise gar nicht meins.
          Es war – für mich – ein Fehler LotFP Carcosa zu kaufen. Schön gemachtes Buch, aber „grausamer“ Hex-Crawl …

          Danke für die Tipps. Adventurer Conqueror King klingt interessant. Muss ich mir ansehen. Greifenklaue, ein Leser, empfahl mir mal Dungeon Crawl Classics.
          Daraufhin ging ich einen Laden und sah es mir an … Sorry, aber …

          Überdies denke ich, das Auge isst mit. Ich habe Corrinis, Tidford, Tharbad etc. … Ich kenne all den „originalen“ alten Kram …

          Als ich Ooms las, dachte ich genau, genau dieser Wahnsinn, diese wundervollen Figuren fehlen WFR3. Super gemacht! Auch Crawling God (Name?) hatte einige durchdachte Ideen, wenn ich mich recht entsinne.

          Ich bleibe dabei, einige Elemente aus LotFP gefallen mir sehr gut und wenn ich old school will, dann nehme ich T&T. Das ist nämlich wirklich Fast! Furios! & Fun!

          FATE ist mir persönlich i. d. R. auch zu „aufgebläht“ und irgendwie „oberschlau“, aber in Apocalypse World und tremulus (usw.) stecken viele coole Ideen.
          tremulus spielt sich (imo) super! (und es ist simultan old school und sehr modern. Give it a try.)

          Mit dem Label OSR fange ich nichts an. Ich schaue mir jedoch immer wieder gerne Spiele an (ACK kommt auf die Liste).

          Ich verstehe das Bedürfnis hinter OSR – also nach spielbaren System – sehr gut. D&D Clones sind aber nicht meine Antwort (Ausnahme vielleicht 13th Age).

          Dark Heresy (FFG) (und diese ganzen modernen Regelwälzer) lesen und spielen sich grausam … Ich werde mit Sicherheit kein DH mehr leiten – nicht für Geld!
          Modernes Shadowrun (5), Pathfinder, DSA(?) gehen in die gleiche Spielkrampf statt Spielfreude-Ecke … PDQ wirkt gut gemeint, taugt für mich auch nur zum Ideenklau.

          Danke für die Tipps.