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HeroQuest 25th Anniversary Kickstarter gesperrt: Lizenzfragen?!

Heroquest 25th Anniversary gesperrt (01.De 2013)

Heroquest 25th Anniversary gesperrt (01.De 2013)

Heroquest 25th Anniversary. Der Kickstarter der spanischen Firma Gamezone ist seit einigen Tagen gesperrt. Offenbar gibt es Lizenzschwierigkeiten mit dem amerikanischen Unternehmen Moon Design (HeroQuest RPG, Runequest, u. a.).

„Heroquest 25th Anniversary is the subject of an intellectual property dispute and is currently unavailable.“

Heroquest 25th Anniversary Kickstarter (01. Dez 2013)

Um ehrlich zu sein, ging ich bislang davon aus, dass die ursprünglichen Herausgeber Milton Bradley (kurz: MB) und die geschäftsmäßigen Unholde Games Workshop (kurz GW) irgendwie ihre Finger im Spiel haben, doch gemäß der offiziellen Stellenungnahme von Gamezone ist dies nicht der Fall.

„Official statement

 

Please bear with us. Gamezone and Moon Design are in a meeting negotiating a settlement for both parts at this time.

 

Moon Design believes that their interests in the HEROQUEST brand within the USA will be infringed upon. Although we are not distributing or selling our product in US territory. As a precaution Moon Design presented a C/D on the 27th of Nov. Our talks are coming to a point where the negotiation will benefit all those involved, which finally would let us offer our product in stores in the USA sometime next year.

 

The Moon Design C/D was suspended, but on the table, as another element in the negotiation. Here at Gamezone it is our hopeful understand that its activation is possibly by error as both parties where coming to an agreement. Said agreement would finally end beneficially for Fans in the USA by opening the physical distribution to stores in that country. This brief pause of activity is as harmful to the interests of Moon Design as it is to Gamezone Miniatures.

 

We are as surprised as the Heroquest community, we didn’t expect that on Thanksgiving, of all days, to be wrapped up in this mess, that is so disagreeable for everyone involved. On a day such as this it is extremely complicated to get in touch with Moon Design. We are working diligently on a solution so we can continue with the project from where it is at the moment and reinforce it for the future.

Thank you. Dionisio

 

Official update 29/11/2013
We are doing everything possible to unblock the project. Seeing how it is a holiday weekend in the USA is not helping at all to make this faster. We greatly appreciate the messages of support that you are sending in.“

Gameszone’s official statement about the HeroQuest intellectual property dispute (01. Dec 2013)

Heroquest 25th Anniversary Kicktraq (01.Dez 2013)

Heroquest 25th Anniversary Kicktraq (01.Dez 2013)

Gamezone vertreibt und verkauft Heroquest nicht in den Vereinigten Staaten? Klingt schwer nach der Argumentationsweise eines Winkeladvokaten. Kickstarter sitzt nun mal dort, wenn ich mich nicht irre?!

Unabhängig von der Betrachtungsweise scheint es so, dass jemand seine Hausaufgaben nicht gemacht hat. Das Rollenspiel HeroQuest aus der Feder von Robin D. Laws und von Moon Design gibt es seit einigen Jahren (2003). Bereits damals verwunderte mich die erfolgreiche Umbenennung von Hero Wars (2000), denn das Brettspiel erschien bereits 1989. Damals störte sich niemand daran, sogar die Trolle aus der juristischen Abteilung von Games Workshop gaben zumindest offiziell keinen Mucks von sich.

Ich bin gespannt, ob und wie Gamezone und Moon Design ihre Lizenzfragen und Meinungsverschiedenheit beseitigen. Der Zuspruch der Crowd, des Schwarms war jedenfalls beachtlich. Sollte es zu einer Einigung kommen, war die ganze Aktion jedenfalls eine hervorragende Promotion.

Womöglich kommt nach der letzten zugegebenermaßen brillanten Neuauflage von Space Hulk und Dreadfleet bald Warhammer Quest wieder, welches zumindest in meinen Augen wesentlich cooler als HeroQuest war. Schade, dass dieser Knüller von Games Workshop stammt, deren Geschäftspolitik weiterhin ablehnungswürdig bleibt! Ich meide nach wie vor ihre Produkte und ihren Lizenznehmern.

Wie auch immer Kickstarter und die Crowdfunding-Idee verliert immer mehr seinen Zauber. Verspätungen sind normal, Projekte scheitern ziemlich still und heimlich ganz und gar, Qualitätsfragen, Überteuerung, lächerliche Versandkosten etc. – aber das ist eine andere Geschichte.

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3 Kommentare

  1. Also ob die Versandkosten bei manchen Projekten „lächerlich“ sind, darüber kann man m.E. streiten. Zum einen kann kaum jemand völlig abschließend beurteilen wie die Versandkosten in manchen Ländern liegen. Zum anderen müssen die Macher eines Projekts auch berücksichtigen, dass durch die Erreichung von Stretch Goals (oder im Projekt vorgesehenen Zukäufen) der Umfang eines Pakets steigen kann – und damit die Versandkosten. Das könnte man natürlich durch individuelle Zusatzbeträge ausgleichen, aber das würde wahrscheinlich ein richtig komplizierter logistischer Zusatzaufwand. Das da die Versandkosten mit einem eher höher geschätzen Wert angestzt werden kann ich durchaus nachvollziehen. Bei der Deutschen Post ist’s ja auch so, daß dich 1 Gramm mehr oder weniger in eine völlig andere Kostenkategorie katapultieren können was man oft nicht merkt bevor das Paket bei der Poststelle auf die Waage kommt.

    Und was den Vertrieb in den USA angeht spielt es m.E. absolut keine Rolle wo Kickstarter sitzt. Die sind nur Mittler zwischen Geldgebern und Projektverantwortlichen. Das hat mit „Winkeladvokaten“ nix zu tun. Die Rechtslage ist kompliziert und vielschichtig. Da ist vieles Auslegungssache und wenn mehrere Rechtsordnungen betroffen sind wird’s richtig richtig kompliziert. Da wäre ich eher zurückhaltend was Aussagen zur Argumentationsweise der jeweiligen Anwälte angeht.

    • YMMV – Your mileage may vary (as always)!

      Versandkostenbeispiel gefällig? Sails of Glory Ruckzuck bist Du mit 50-60$ nur für den Transport dabei, wohlgemerkt bei einem Pledge von 130 $ halte ich 60 $ für „lächerlich“.
      Ja, diese Kosten sind zwar gestiegen, aber auf direkte Nachfrage beim europäischen Verlag (Italien?!) kam die lapidare Antwort, dass die Sachen nur aus USA versendet werden. Wie bitte …
      Wie auch immer, sehr kundenfreundlich in meinen Augen. Keine Unterstützung!
      Shipping ist tricky – ohne Zweifel. Das stimmt, aber es gibt auch andere Projekte, die nicht so beim Transport zulangen und sich kundenfreundlicher zeigen.

      Ich bin kein Jurist und ich will auch keiner sein, aber Kickstarter ist ein amerikanisches Unternehmen und ein Großteil der Unterstützer kommt mit ziemlicher Sicherheit von dort.
      Dementsprechend wird es auch dort(hin) „vertrieben“. Das Ganze funktioniert übrigens auch ganz hervorragend bei Merchandise (Filme, Comics) in die andere Richtung (wie z. B. Europa).
      Erst letzte Woche sprach ich mit einem Händler. Er meinte zum Lizenzthema, es würde immer schwieriger, an „lokal lizenzierte“ Sachen zu kommen.
      Die Sache mit „Mittler zwischen Geldgebern“ sehen wir definitiv anders. Ich nenne es einfach mal common sense. Recht und Gerechtigkeit ist sowieso etwas vollkommen Unterschiedliches – sehr oft zumindest.

  2. Okay, bei den 50-60 Dollaren für den Versand hört definitv der Spaß auf. Das erscheint auch mir bei dem von dir genannten Beispiel etwas an den Haaren herbeigezogen. Das müsste in der Höhe wahrscheinlich wirklich nicht sein.

    Bei meiner Anmerkung zur rechtlichen Seite der Dinge ging es mir auch eher drum die Komplexität der Materie zu betonen. Hab halt über 10 Jahre mit für Anwälte und mit Anwälten gearbeitet und bin aus persönlicher Erfahrung eher etwas allergisch wenn jemand von Winkeladvokaten spricht. Ja – die gibt es, keine Frage. Aber viele Anwälte machen einfach nur einen Job in einem komplexen Berufsfeld und verdienen (meiner Erfahrung nach) nicht den schlechten Ruf der ihnen oft angehängt wird. But, as you said, YMMV. :)