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Games Workshop, Electronic Frontier Foundation, Amazon und die „Space Marines“

Games Workshop lässt seine scheinheilige offizielle Stellungnahme zur Verteidigung ihrer Trademarks auf Facebook einfach verschwinden, zumindest führt der Link zurzeit ins Leere.

Die Verlautbarung des britischen Spieleherstellers wurde von Nutzern des Online-Dienstes wenig freundlich goutiert. Die Herstellermitteilung jetzt wortlos mit allen Kommentaren verschwinden zu lassen, darf als Kleinmütigkeit und Uneinsichtigkeit gewertet werden. Das millionenschwere Unternehmen kann augenscheinlich nicht zu seinen Fehlern stehen.

M.C.A. Hogarts Roman Spots the Space Marine: Defense of the Fiddler tauchte unvermittelt wieder im Verkauf des Giganten Amazon auf. Eine Erklärung fehlte bislang. Nach den vielstimmigen Unmutsbekundungen im Internet und in den Medien gehen viele womöglich davon aus, dass sich das Handelsunternehmen und der Hersteller “eigenständig” eines Besseren belehren ließen. Doch weit gefehlt.

Offenbar nahm sich die Electronic Frontier Foundation (kurz EFF) der Angelegenheit an. Diese Non-profit Organisation zur Verteidigung digitaler Rechte tritt innerhalb der Neuen Medien für Redefreiheit, Privatsphäre, Innovation und Konsumentenrechte ein.
Gemäß ihrer Darstellung Trademark Bully Thwarted: Spots the Space Marine Back Online kann der Wiederverkauf des Romans auf ihre unmittelbare Intervention und Reaktion Amazons zurückgeführt werden.

Die Aussage „Let’s hope Games Workshop will now have the good sense to realize the bullying has to stop.“ und die kommentarlose Zurücknahme “Games Workshop and the protection of our trademarks” auf Facebook lässt die Vermutung zu, dass sich die britische Spieleschmiede nicht ganz so einsichtig zeigt und lediglich in diesem Fall klein beigibt.

Die EFF weist in ihrem Beitrag ferner darauf hin, dass die Redefreiheit im Netz weiterhin besonders angreifbar bleibt. Das Recht kann sehr leicht untergraben werden, indem zentrale Serviceanbieter (Amazon, Ebay, Facebook, Youtube etc.) angegangen werden und damit die Kommunikation leichter zu unterbinden sei.

Wie so häufig gilt, bei genauerer Betrachtung nimmt die Komplexität erheblich zu. Zumindest der aktivistische Appell der EFF gibt sich kraftvoll.

„Together, we sent a signal: Trademark bullies will not be tolerated online.“
Trademark Bully Thwarted: Spots the Space Marine Back Online

Nichtsdestotrotz finanziert der Kauf von unmittelbaren oder lizenzierten Games Workshop-Produkten diese Form des Online-Bullying.

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5 Kommentare

  1. Im Zuge des Shitstorms hat sich nun GW sogar komplett von Facebook zurückgezogen.

  2. Ja, der Facebook Account wurde aufgelöst, nachdem die offizielle Stellungnahme von GW dort auch reichlich Kommentare, Gruppen und ein sehr angeregte Diskussion zufolge hatte.

    Da hat GW nunmal keine effektive Meinungs- und Nachrichtenkontrolle.