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Games Workshop: BBC News greift die „Space Marine“-Kritik renommierter Schriftsteller auf

BBC News Technology: Row blows up over ownership of ’space marine‘ term greift die aktuelle Diskussion auf und dokumentiert unter anderem die kritische Position der bekannten Schriftsteller Cory Doctorow, Charles Stross und John Scalzi.

In einem Blogbeitrag bezeichnete John Scalzi, gegenwärtiger President of the Science Fiction and Fantasy Writers of America, den Rechtsanspruch des Unternehmens im Zusammenhang mit Literatur als „absurd“. Dieser Begriff wurde bereits lange Zeit vor den Spielzeugsoldaten und Tabletop-Spielen von Games Workshop allgemein genutzt.

Ein unabhängiger Jurist geht davon aus, dass das registrierte Trademark für „Space Marines“ in den Vereinigten Staaten schwerlich durchzusetzen sei.

Games Workshop kann jedoch auch in Europa eine ähnliche Kampagne starten. Dass entsprechende Trademark im Zusammenhang mit Video-, Tabletops und darüber hinaus für andere Publikationen besteht seit 1995.

Welcher Normalbürger hat den Willen, die finanzielle Kraft und das Potenzial sich gegen einen derartigen und professionellen Übergriff auf Sprache beziehungsweise Kultur zu wehren?  Alleine die Androhung dürfte in den allermeisten Fällen genügen.

EN World veröffentlichte gestern einen alten Artikel aus dem Hausmagazin White Dwarf (White Dwarf #5, Februar1978), worin Ian Livingstone, Mitbegründer von Games Workshop, das strikte Durchsetzen von Copyrights kritisiert. Der Verfasser arbeitet nicht mehr für die immer wieder juristisch auffallende Spieleschmiede.

Von Schriftstellern und Spieledesignern wird der Anspruch spürbar kritisiert, während auf der Konsumentenseite zumindest eine vokale Fraktion die Situation als unbedeutend bewertet. Ihrer Position folgend, gibt es wichtigere Wirtschaftskräfte, die zu hinterfragen sind.

Ich sehe dies ein wenig anders. Weil die Großen Alten, die Mächtigen (Apple, Google, Microsoft, Monsanto, Nestlé, etc.) viel schlimmer sind, ignoriere ich nicht die heiklen Fragestellungen vor meiner Haustür oder in meinem Spieleregal. Mein Rechtsempfinden endet nicht am Spieltisch. Die leichtfertige Auseinandersetzung mit bedenklichen Geschäftsmethoden im Hobby-Umfeld halte ich für kurzsichtig.

Wo zieht man die Grenze?

Quellen:
BBC News Technology: Row blows up over ownership of ’space marine‘ term
Blogbeitrag von John Scalzi
EN World-NewsWhite Dwarf-Artikel über Copyrights von Ian Livingstone

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1 Kommentar

  1. Ist mMn ein extrem unsympathischer Laden und – du hast ganz recht – gehört vom „Käufer-mit-Hirn“ gemieden… Mittlerweile gibts ja auch genug Alternativen.