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DSA = Deutschland Schwächelt Abenteurlich?

Holy Moly! Was geht? Aus meinem beiläufigen Kommentar über Exalted und die deutsche Rollenspiellandschaft wird ein Riesenrad!

Man muss systematisch Verwirrung stiften – das setzt Kreativität frei. Alles, was widersprüchlich ist, schafft Leben.
-Salvador Dalí

Eigentlich wollte ich eine Glosse über meine Wahrnehmung und Meinung schreiben, stattdessen soll nun eine unvollständige Auflistung der Blogbeiträge und Kommentare zu diesem Thema für sich selbst sprechen.

Abschließend finde ich besonders faszinierend, dass bis auf wenige Ausnahmen viel über meine Aussage geschrieben und diskutiert wird, aber nur sehr wenige mit mir sprechen oder mir schreiben. Ferner beobachte ich interessiert, wie viele Masse (z. B. Fanzuspruch, Publikationsfrequenz) mit Klasse (Kreativität) gleichsetzen.

Rollenspiel bedeutet für mich gemeinsames Erschaffen einer Fiktion. Dies geschieht durch den Austausch von sich wandelnden Ideen und Meinungen. Das Wiederkauen und Wiedergeben von Spielregeln und Texten spielt dabei in meinen Augen eine untergeordnete Rolle. Es gibt Spiele, die dies unterstützen, andere hingegen eher nicht.

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9 Kommentare

  1. Noch eine Sache:
    stangenware sollte nichts negatives sein, denn jeder von uns trägt diese, vielleicht nicht der Hippster der seine Bikershorts selber häkelt, aber jeder Mensch der seine Klamotten kauft und dabei aus verschiedenen Grössen aussucht, kauft Stangenware oder Prêt-à-porter.

  2. Mensch Ingo, da hast du ja wieder was los getreten. :-)
    Finde eigentlich gut, das deine Aussage so kritisch aufgenommen wurde und jetzt fleissig darüber diskutiert wird. Vielleicht regt sich jetzt ja mal was in der deutschen Rollenspielszene.

    AL

  3. Hm, dieser Text überrascht mich etwas. Du hast ein Thema angeschnitten, das von vielen Menschen aufgegriffen wurde und bereits zu einem interessanten Meinungsaustausch führte.

    Ist das nicht der Grund, warum man bloggt?

    Warum nun so schmallippig?

    Der Vorwurf, dass nur wenige Menschen mit dir sprechen, kann ich zudem nicht nachvollziehen. Indem man in öffentlicher Form (Internet) über Deine Ansichten diskutiert, wird zugleich mit dir diskutiert. Gerade unter Blogs gehört es doch zum guten Ton, den Meinungsaustausch über jeweils eigene Blogbeiträge zu führen. Durch Trackbacks bleibt jeder Blogger auf dem aktuellen Stand; die größere Zahl an Blogbeiträgen verfielfacht zudem die Reichweite.

    • Arkanil, vielen Dank für Deine Kritik. Ich halte sie für berechtigt und nachvollziehbar!

      Gleichzeitig fühle ich mich missverstanden. Ich gewöhne mich wohl nie an den Umgangston im Internet.
      Ich mag kein „Miesepeter“ sein. Kritiker, Meinungsbildner, Provokateur gerne immer – Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt bedeutet mir sehr viel.
      Bedauerlicherweise nehme ich unsere Gesellschaft und auch die Rollenspielszene so wahr, dass diese Freiheit mit „meinungsbefreit“ gleich gesetzt wird.
      Konsens über alles, ansonsten ist man ein Miesepeter, ein A***loch, ein was auch immer. Alle brav in eine Richtung. Das Verlieren eines Jobs wird pöbelhaft gefordert und bejubelt …

      Gut möglich, dass ich zu dünnhäutig bin. Aber mein Werte und Diskussionsbild sieht einfach ganz anders aus.

      Du hast recht, es wird auch mit mir diskutiert. Du und Dein Kollege twitterten mich an. Dominik vom Almanach schrieb sogar eine Mail.
      Gleichzeitig finden die Diskussionen an so vielen Orten statt, dass ich sie nicht im Blick behalten kann. Ich bin unentschieden.

      Dennoch vielen Dank für Deine konstruktive Anregung. Ich bitte um die Verständnis für meine Schmallippigkeit. Ich sortiere mich.

      • Falls Du Dich von meinen Aussagen irgendwie persönlich angegriffen gefühlt haben solltest, dann tut mir das leid. Das war sicherlich nicht meine Absicht und ich hatte gedacht, dass ich meine Worte auch entsprechend gewählt habe. Mir ging es nur um den Austausch von Ansichten.

        Denn so verstehe ich Meinungsfreiheit und -vielfalt. Nicht bloß, dass jeder seine Meinung äußert, sondern dass es auch Widerspruch gibt und Diskussionen und das Ringen um die besten Argumente. Das muss nicht in einen Konsens enden oder darf nicht in eine Konsensdiktatur ausarten. Das stimme ich Dir zu. Aber was du mit „meinungsbefreit“ meinst, verstehe ich nicht.

        • Nicht auf Dich beziehen. Man muss mich nicht mit Handschauen anfassen, dennoch gibt „einige Spezialisten“, die andere Meinungen auf einer persönlichen Ebene niederbügeln.

          Meinungsbefreit bedeutet „befreit von einer eigenen Meinung“ – kleines Wortspiel.

          Alles gut. Ich versuche zu lernen und zu akzeptieren, dass nicht alle nach den gleichen Spielregeln spielen. Ich bleibe dabei, Dein Anstoss war und ist berechtigt. Im Umgang mit dem Medium „muss“ ich umdenken.

  4. Hallo,

    ich vollziehe nach, dass eine Pauschalisierung von aussen ungerecht und „miesepetrig“ erscheinen kann. Unschön, aber eine nachvollziehbare Einschätzung aus meiner Sicht. Auch wenn ich hadere, doch pflichte Dir „dementsprechend“ bei.

    Dennoch -ich- kenne kein deutsches Rollenspiel, was irgendwie rockt. Punkt!

    Call me „Miesepeter“, aber nenne mir bitte ein deutsches Rollenspiel, was nicht eine „billige“ Kopie einer ausländischen Vorlage ist und noch einigermaßen repräsentabel ist. Degenesis, Lodland, DungeonSlayers— Hm, ich glaube, wir kommen nicht zusammen. Degenesis, Ratten mit ganz viel guten Willem vielleicht noch Midgard, aber dann wird es sehr sehr eng… Das total tolle und kräftig von Fans unterstützte Dungeonslayers ist z. B. eine so biedere konservative Normalkost, dass man vermutlich bald an Vitaminmangel leidet, wenn man sich damit länger beschäftig. Sorry.
    Das Spiel mag nett sein, doch gleichzeitig so generisch und beliebig, dass einem die Füsse einschlafen. Der x-te Klon vom Klon. Wow!

    Western City ist sehr eindeutig von Dust Devils beeinflusst. Barbaren – wie wäre es mit dem alten Orkz (Name?) von Green Ronin (muss noch mal schauen). Finsterland sind total nette Leute. aber ich versuche lieber Falkenstein. 1W6 Freunde (Little Fears ohne Horror), Funky Colts (Feng Shui ohne HK Shitcks mit Colt S. als Vorlage?) — Hm, – vielleicht – innovativ, aber irgendwie „unsexy“ für mich. Aera hätte was werden können.
    Malmsturm finde ich -auf dieser Ebene- auch nicht sonderlich herausragend, eben Fate mit einer hervorrageden und liebevollen Produktion. Resepkt! Babarians of Lemuria macht mich mehr an.

    Michtin kenne ich nicht. Das schaue ich mir an. Danke.

    Ich bleibe dabei, ich kenne kein spannendes, „cooles“ deutsches RPG mit einem nachvollziehbaren Alleinstellungsmerkmal (vergl. In Nomine Satanis, Kuro, tremulus/Apocalypse World, Fiasco etc.). Die Amerikaner können es, die Franzosen können es, wir Deutschen nicht! Deutschland ist ein Entwicklungsland. Sag jetzt bitte nicht, ja, der französische Markt usw. Ich sprach erst mit einigen Franzosen und Insidern (weil Herausgeber, Künstler und Autoren) über deren „Szene“.

    „Exalted ist auch in den USA eine Ausnahmeerscheinung.“ Ok, der aktuelle Kickstarter ist schon das erfolgreichste Crowdfunding-Projekt von Onyx Path (~ 400000 $ und > 2500 Backer am 17.05.2013). Wird evtl. der erfolgreichste RPG Kickstarter überhaupt. Ich glaube, wir nehmen den Markt unterschiedlich wahr.
    Oder meinst etwas ganz anderes?

    Nimm Earthdawn, bitte entschuldige, meine klaren und deutlichen Worte, aber gegen diese EDO Fantasy kannst Du ALLE vergleichbaren deutschen Rollenspiele einfach „in die Tonne“ treten. Ich schätze das System nicht sonderlich, aber es ging sehr eigene und spielbare Wege. Der Background ist verglichen mit Aventurien ein Oberhammer. Die Midgard-Welt kann da zumindest in Teilen vielleicht noch mit, aber für meinen Geschmack nicht richtig. Hier sehe ich Diskussionsraum. Bei DSA/DungeonSlayers nicht.

    „Alle Autoren“ (im deutschsprachigen Raum oder international?) glaube ich nicht ganz. Ich denke, hier müßte man genauer hinschauen und definieren.

    Amel, ich nehme, Deine Kritik an. Lasse sie so stehen. Einstein sagt schon: „Ein Vorurteil ist schwerer zu spalten als ein Atom.“
    Mit anderen Worten, ich kann damit leben, dass ich für Aussenstehende ungerecht bin.

    Ich habe Vorurteile gegen deutsche Rollenspiele. Das mag für einige/manche/viele befremdlich sein, aber z. B. der Hype um DSA, Dungeonslayers bleibt für mich genauso nicht nachvollziehbar. Wie kann man/frau jeden Monat solche Makulatur unterstützen. Es bleibt einfach ein subjektiv aufgeladenes Thema.

    Vermutlich werde ich es dabei jetzt belassen. Ich vertrete eine polarisierende Minoritätenposition. Was ist falsch daran?

    Konsequenz: Meine Meinung mehr für mich behalten? Aber ein meinungsfreies Blog soll obskures.de nicht werden …

  5. Hi Ingo,

    da du eine Frage gestellt hast, eine Antwort von mir:

    „“Exalted ist auch in den USA eine Ausnahmeerscheinung.”
    Oder meinst etwas ganz anderes?“ – Ich meine Ausnahmeerscheinung, nicht Randerscheinung :-) So viel ungewöhnliche Kreativität wie dort, findet man auch im Raum USA höchst höchst selten. Das meinte ich.

    „“Alle Autoren” (im deutschsprachigen Raum oder international?) glaube ich nicht ganz.“ – Im deutschsprachigen Raum. Kannst du ruhig glauben. Vielleich gibt es irgendwo eine Ausnahme. Vier Leute, die Romanautoren geworden sind (Wieser, Finn, Witzko, Hennen), sind bei DSA ausgestiegen.

    „Dungeonslayers“ – Da bin ich befangen. Ich liebe das Regelsystem heiß und innig. Das ist einfach eine andere Zielsetzung. Deshalb habe ich den Job als Rekakteur angenommen :-)

    „Barbaren“ – Ist ziemlich innovativ. Hat nichts mit Orks zu tun, das kenne ich auch.

    Opus Anima hast du vergessen. Das sieht extrem gut aus und ist Innovation pur. http://www.opusanima.de – kostenlos. Das muss man nicht mögen, aber es ist das eine Beispiel, das du suchst.

    Aus deinen Anmerkungen zu vielen der kleineren Systeme (1W6 Freunde, Barbaren, Funky Colts u. a.) würde ich schließen, dass du sie gar nicht kennst.

    „Dennoch -ich- kenne kein deutsches Rollenspiel, was irgendwie rockt. Punkt! […] Ich habe Vorurteile gegen deutsche Rollenspiele.“ – Das ist ein gutes Abschlusswort. Ich würde es freundlicher als selektive Wahrnehmung bezeichnen.

    Ingo, ich will dich nicht schlecht machen oder an dir herummeckern. Ich finde, dass in deutschsprachigen Blogs zu viel gemeckert wird. Zu viel Negativität, die ebenso innovationsbehindernd ist wie die DSA-Gehirnwäsche. Die mag ich einfach nicht, weshalb ich mich hier melde.

    Lass deinen Blog, wie er ist. Meinungsfreiheit will niemand. Ich persönlich würde es begrüßen, wenn du etwas diffenzierter und vielleicht analytischer an die Sache herangehen würdest.