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Christopher Tolkien lehnt ein Treffen mit Hobbit-Regisseur Peter Jackson ab

Worldcrunch, Christopher Tolkien, der Sohn des Herrn der Ringe und Hobbit-Autoren J. R. R. Tolkien, lehnt ein Treffen mit Peter Jackson, dem Regisseur beider Filmadaptionen, ab. Er erteilt den Hollywood-Verblöd(el)ungen in einem Le Monde-Interview eine klare Absage. Dort bedauert er, dass die Verfilmungen das Werk seines Vaters „ausweiden“ und entwerten. Für ihn scheint die einzige Lösung zu sein, sich abzuwenden.

„Invited to meet Peter Jackson, the Tolkien family preferred not to. Why? „They eviscerated the book by making it an action movie for young people aged 15 to 25,“ Christopher says regretfully. „And it seems that The Hobbit will be the same kind of film.“

 

This divorce has been systematically driven by the logic of Hollywood. „Tolkien has become a monster, devoured by his own popularity and absorbed into the absurdity of our time,“ Christopher Tolkien observes sadly. „The chasm between the beauty and seriousness of the work, and what it has become, has overwhelmed me. The commercialization has reduced the aesthetic and philosophical impact of the creation to nothing. There is only one solution for me: to turn my head away.“

 

It is hard to say who has won this silent battle between popularity and respect for the text. Nor who, finally, has the Ring. One thing is certain: from father to son, a great part of the work of J.R.R. Tolkien has now emerged from its boxes, thanks to the infinite perseverance of his son.“
My Father’s „Eviscerated“ Work – Son Of Hobbit Scribe J.R.R. Tolkien Finally Speaks Out Woldcrunch article excerpt

Über die Motive für derartige Aussagen des Erben vermag jeder eigenständig zu spekulieren. Doch diese Aussagen treffen nach meinem Dafürhalten die Situation recht genau.
Peter Jackson reduziert beispielsweise den Hobbit filmisch auf ein Jump and Run Abenteuer mit überlangem Vorspann, alberne und verfälschende Zwischenspiele und Quick Time Events (ohne Joystick). Einzig das Rätselspiel zwischen Bilbo und Gollum deutet darauf hin, dass unter Umständen mehr möglich gewesen wäre. Im Übrigen stellt sich die Frage, seit wann ist der Hobbit eigentlich ein Snot-ling?

Das Rollenspiel The One Ring geht wesentlich respektvoller mit der Vorlage um. Ich schlage daher vor, sein Geld lieber ein wenig sparen, um beispielsweise in die anregende und berechtigterweise preisgekrönte Spieladaption von Cubicle 7 zu investieren. Mit Sicherheit regt dieser Ansatz die eigene Fantasie eher an …

Quellen:
My Father’s „Eviscerated“ Work – Son Of Hobbit Scribe J.R.R. Tolkien Finally Speaks Out via Worldcrunch
The One Ring RPG

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6 Kommentare

  1. Da ist einiges dran. Und Cubicle 7 hat mit The One Ring das erste Rollenspiel vor tolkienischem Hintergrund entwickelt, welches wirklich den Geist der Buchvorlagen atmet. Hoffentlich bereiten nicht Lizenzstreitigkeiten diesem Spiel ein vorzeitiges Ende. Es ist ja schon sehr schade, dass keine PDFs mehr veröffentlicht werden können und dass Uhrwerk nicht einmal eine Druckfassung des von Cubicle 7 nur als PDF erschienenen Promo-Abenteuers veröffentlichen darf.

    • Ja, die Sache mit den Lizenzen halte ich für sehr schwierig und hemmend. Ich drücke ebenfalls die Daumen, aber ich befürchte Money talk$ …

      Sogar als Tolkien-Kritiker bin ich total angetan von diesem Rollenspiel.

      Der Hobbit gefällt mir sehr, der Herr der Ringe wirkt auf mich hingegen geschwollen, langatmig und schwarzweiß. Lesen geht nicht wirklich.
      Ein Hörbuch (kein Hörspiel!) erleichtert den Zugang erheblich. Dennoch nicht meine Welt …

      Das Rollenspiel The One Ring zählt für mich widersprüchlicherweise auf jeden Fall zu den interessantesten Mainstream-Veröffentlichungen der letzten Jahre.
      Die Kampagne liest sich unglaublich gut. Da springen einen sofort Elemente aus dem Hobbit oder Herrn der Ringe in liebevoller Form an. Mir gefällt es sogar besser als die Neuauflage von The Enemy Within … (, die zugegebenermaßen die Latte ziemlich hoch legt.) Tales from Wilderland kann jedoch in meinen Augen mehr.

      Ich lese gerade das Star Wars: Edge of Empire Beginner Game. Das versucht auch den Geist der Vorlage zu treffen, aber für mich klappt es nicht so, wie bei The One Ring.

      PS: Übrigens, vielen Dank für Dein Lob und Deinen Verweis auf Obskures.de. Leider kann ich bei Dir nicht kommentieren …

        • Kann es sein, dass Du etwas geändert hast?
          Jetzt kann man auch mit Name und Url und ohne Registrierung (irgendwo) kommentieren.

          • Komisch. Du bist schon der Zweite, der mich darauf anspricht. Blogger spinnt häufiger mal. Im Rahmen der Analytics-Einbindung habe ich ein wenig an den den Einstellungen geschraubt, um der immer mehr anwachsenden Flut von Spam-Kommentaren Herr zu werden. Vielleicht ist dabei etwas schief gelaufen. Dummerweise sortiert Bloggers Spam-Filter auch immer mal „normale“ Kommentare unter Spam ein.

          • Kein Problem mehr, wenn ich was zu sagen habe, kann ich jetzt auch mailen :-)