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(A)D&D: Role- or Rollplaying Game? Colin McComb’s apology for „The Complete Book of Elves“

Colin McComb (The Complete Book of Elves, Hellbound: The Blood War, Planescape: Torment, etc.) entschuldigt sich im Rahmen der Kickstarter-Kampagne Torment: Tides of Numenera für sein The Complete Book of Elves für AD&D.

Colin McComb drückt sein Bedauern nicht ganz ohne Ironie aus. Einige Fans finden die Charakteroptionen in diesem Quellenband nicht ausreichend balanciert. Spielmechanisch gäbe es einige erhebliche Vorteile, die durch zu weiche rollenspielerische Nachteile nicht ausreichend ausgeglichen würden – wohlgemerkt in einem Rollenspiel!

Indirekt stellt sich die Frage, wie (A)D&D und seine Nachahmer (Pathfinder, etc.) tatsächlich gespielt werden. Role- or Rollplaying game?

Muss Robin genauso stark sein wie Batman? Nein.

In einem Rollenspiel geht es meiner Ansicht nach darum, dass jeder Spieler oder Charakter einen möglichst gleichen Anteil an Aufmerksamkeit erhält. Das Rollenspiel Primetime Adventures nennt dieses Phänomen Screen Presence oder Time, sofern ich mich recht entsinne. Dieser Aspekt umschreibt die Plotrelevanz der jeweiligen Spielfigur.

Spielmechanische Balance oder Gerechtigkeit von Klassen und Charakteren halte ich im Kontext von klassischen Rollenspielen für einen Mythos.

Gut, dass wir nicht alle gleich sind – auch am Spieltisch.

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10 Kommentare

  1. Deine Aussagen bzgl. Aufmerksamkeit und Balance widersprechen sich. Aber nur für manche Spielstile. Wenn der Spielstil viel Kampf bzw. generell „Crunch“, also alles mit viel Regeln, enthält, dann ist die Aufmerksamkeit, die der Charakter (für gelungenen Aktionen) erhält, sehr sehr stark von der Balance der Regeln abhängig. Wer nichts kann, der findet auch nicht statt, wie man als Fußballkommentator sagen würde. Für Systeme wie AD&D, die relativ storyorientiert sind, gilt das eher nicht. Für Systeme wie D&D in der Regel schon, da sie meist kampforientiert sind.

    • Warum widersprechen sich meine Aussagen. Ggf. war ich unscharf.
      Unter Umständen macht es Spass einen „schwachen“ Charakter zu spielen.
      Er oder sie findet dennoch statt, da die Gruppe diesen Charakter mitschleppen muss. Das ist doch ne Menge Aufmerksamkeit, oder?

      Ich bin mir dementsprechend nicht sicher, ob Deine These stimmt.

      Nichtsdestotrotz eine scharfe Beobachtung. Benötigte ein paar Augenblicke um meine Augenblicke zu überdenken. Spannend.

      • Na ja, einen „schwachen“ Charakter in einem kampfokussireten Spiel zu spielen ist am Spiel vorbei, finde ich. Aber es widersprach sich ja auch nur auf einem bestimmten Spielstil bezogen, nicht allgemein.

  2. AD&D2 war vor allem kein kompetitives Spiel. Balance war nicht wichtig, weil die Gruppe sowieso zusammenarbeitet.
    Außerdem gab es in Kaufabenteuern ja relativ viele magische Gegenstände zu finden, die man dann den „weniger nützlichen“ Charakteren in die Hand drücken kann.

    Aus irgendeiner Laune heraus hab ich mir zuletzt einen Illusionisten gebaut, das ist eine recht unnütze Klasse bei AD&D2. Leider stirbt der nicht, jetzt hab ich schon die 8. Stufe erreicht… Macht aber trotzdem Spaß!

    • Welches D&D ist den „direkt“ kompetitiv? Indirekt kompetitiv wohl schon eher.
      Mein Charakter ist viel cooler als Deiner (z.B. Fighter vs Wizards vs…)

      Ja, ich denke auch, dass man mit „schwachen“ oder nicht so optimierten Charakteren viel Freude haben kann.
      Ein Freund spielt z. B. einen Halbling Warlord in unserer DnD4-Runde und alleine durch diese Konstellation bekommt er eine Menge Screen Time :-)

  3. @Ingo: Was ich meinte ist folgendes. Bei D&D3+ ist man schon ein wenig im Wettbewerb, wer am besten und coolsten Gegner wegräumt. Bei AD&D2- hat man als Gruppe schon zu tun, um überhaupt mit den Gegnern klarzukommen.

    • @Ghoul: Der Wettbewerb, wer am besten die Gegner beseitigt läuft meines Erachtens generell bei D&D und Co.
      Manche ziehen sich raus und spielen dann eben Illusionisten etc. :-)