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Das Schwarze Auge-Umfrage: Hat jemand daran teilgenommen?

Das Schwarze Auge-Befragung, das engagierte Nachbarblog Arkanil wies bereits auf die von Ulisses Spiele zusammen mit Kensik.com erstellte DSA-Umfrage hin.

Nahm bereits jemand daran teil?

Derartige Entwicklungen sind auch für Nichtanhänger oder gar Kritiker dieses Spiels interessant. Womöglich ändert sich etwas und man kann seine eigene Position überdenken.

Bedauerlicherweise überzeugt die Umfrage nicht. Unter Umständen wäre es sinnvoll gewesen, dass ein Experte aus dem Marketing, der Soziologie oder gar der Psychologie kritisch daran arbeitet. Viele einfache Umfrage-Ideale werden ignoriert oder gehen in kleinteiligen Details verloren.

Unter anderem äußert sich dies in folgender Kritik:

  1. Die Umfrage ist zu lang (ca. 10 -15 Minuten). Die Option mehrere aufeinander aufbauende kurze Frageaktionen zu nutzen, wurde bedauerlicherweise nicht berücksichtigt (z.B. Konsumverhalten, Regelmechanismen (Charaktererschaffung, Kampf), Hintergrund, etc.)
  2. Die Umfrage richtet sich ausschließlich an bestehende Fans (und Kenner) des Spiels. Interessenten wird der Zugang durch Detailfragen (z. B. durch Karma- vs. Astralenergie) erschwert.
  3. Die Sprache der Fragen wirkt immer wieder ausschweifend und gestelzt.
  4. Es werden Regeldetails abgefragt, statt sich auf strukturelle Konzepte zu konzentrieren (z. B. Einsteigerfreundlich vs. Powergamer, einfache Charaktererschaffung vs Templates vs. ausführliche Konzeptionierung, etc.)
  5. Persönliche Daten stehen zuerst im Fokus, die Kernfragen folgen am Ende.
  6. Einige Fragen beziehen sich auf das Konsumverhalten und nicht auf die eigentliche Regelmechanik oder die Hintergrunddarstellung?
  7. Die Bedeutung von historischen Kontextfragen erschließt sich primär DSA-Kennern. (Welcher Ortsvorsteher, wann wie tätig war, wirkt überaus detailverliebt in diesem Fragekontext.
  8. Es wäre wohl eine gute Idee gewesen, die Umfrage vorab einem öffentlichen oder zumindest professionellen Review (Korrekturlauf) zu unterziehen.
  9. etc.

Die Spielerbefragung macht bei diesem eingefahrenen, in die Jahre gekommenen und starren Werk grundsätzlich sicherlich Sinn, aber die Ausführung hinterläßt einen unbefriedigenden Eindruck. Aus der Ferne wirkt diese Kundenkonsultation wenig fokussiert, zu komplex und nicht ausreichend professionell ausgearbeitet.

Damit bestätigt sich die kritische Position weiterhin. In Aventurien nichts Neues. Der Moloch geht weiter! Bedauerlich …

Quellen:
Das Schwarze Auge-Umfrageaufruf von Ulisses Spiele
Arkanil-Hinweis

DSA-Umfrage
Umfrage-Ideale: How To Write A Good Survey (Beispiel)

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19 Kommentare

  1. habe es ausgefüllt und finde es okay. überhaupt schön das man endlich (!) doch mal fragt und sich offenbar konkreter gedanken über ein dsa 5 macht, denn das lese ich aus den gestellten fragen. überhaupt sind einige fragen in der formulierung schon recht rhetorisch und dsa-4-regelkritisch gestellt. bin mal gespannt :)

    • Hallo!

      Gut, dann sehe ich das als Außenstehender ggf. etwas zu kritisch.
      Gleichwohl irritiert es mich, dass Du schon zufrieden bist,
      sobald der Verlag überhaupt fragt. Der DSA-Fan scheint, etwas gewohnt zu sein.

      Bestes
      Ingo

  2. Hm, jetzt hast Du mich neugierig gemacht. Bin gespannt, ob die Mail mit meinem Link tatsächlich irgendwann ankommt.

    • Hi, ich halte Umfrage für suboptimal entwickelt.
      Die Mail kam gleich bei mir. Wie findest Du die Ausführung?
      Bestes
      Ingo

        • Spamfilter? Bei mir kam sie umgehend, obwohl ich 1 Einmalmailer verwendete…

          • Oh, doch da. Im Spam vom Spam.

            Ich freue mich schon einmal, dass man, wenn man nicht nur DSA gespielt hat das weltgrößte RSP namens „D&D“ nur als „Sonstige“ angeben kann und dass nicht zwischen „Regeln ignorieren“ und „Hausregel erstellen“ unterschieden wird. Aber das ist natürlich eine religiöse Frage und welche Bibel DSA da vertritt ist klar.

            Bei Deinen Kritikpunkten 1 bis 4 bin ich voll bei Dir, bei 5 so halb. Wäre sicher angenehmer für den Befragten, weil er erst sieht, wofür er seine Daten hergibt. Prinzipiell ist es aber im Endeffekt ja egal. So werden halt ein paar Leute weiger bei der Umfrage mitmachen ;)

            Es ist halt voll ne Umfrage für DSA-Nerds, auch wenn man sagt, man spielt schon länger nicht mehr. Einige Gelgenheitsspieler und Ex-Spieler werden deswegen die Umfrage definitiv abbrechen. DSA kocht im eigenen Saft und das merkt man an der Umfrage genau. Sie bedient die altbekannten Klischees. Auch wenn einige Fragen auf eine Öffnung oder Änderungen hinzielen, ist diese Umfrage für Leute, die genau dafür sind nicht ansprechend. Langweilig. Kann mir nicht vorstellen, dass da was anderes bei heraus kommt, als der DSA-übliche Kanon an 68er-Lindenblütenteescheisse.

          • Ich zähle mich zu den DSA-Kritikern, aber was der unbestrittene deutsche Marktführer treibt, behalte ich im skeptischen Auge.
            Mitunter denke ich, die einGEWEIHTEn Aventurier verfolgen ein anderes Hobby. DSA fühlt sich irgendwie ganz anders an und vor allen Dingen ironiefrei an.
            Beim letzten Spielversuch gab ich bereits – entnervt – auf. Mir war das Spiel zu kleinteilig und dennoch zu unflexibel… Bei Gelegenheit werde ich es dennoch noch mal versuchen.
            Die Umfrage kocht in der „eigenen Suppe“ – sehr seltsam.

          • Ich habs auch gleich so angemerkt:

            Hausregeln und Regeln ignorieren in einen Topf zu werfen ist ziemlich ungeschickt. Dazwischen besteht ein riesiger Unterschied.

            Ansonsten merkt man schon, dass das eine Umfrage von DSA-Nerds für DSA-Nerds ist. Formulierung der Fragen, Beispiele, Antwortmöglichkeiten. Alles kommt aus dem üblichen detailversessenen, kompliziertheitsüberladenem DSA-Wust. Für jemanden, der an DSA keine große Freude mehr hat ist mal wieder nichts dabei. Laaaangweilig.

  3. Mich hat schon als erstes abgehalten, teilzunehmen, dass ich mich registrieren soll. Wofür? Um dem Unternehmen meine Kundenwünsche zu geben? Andere Branchen geben Millionen dafür aus, Kenntnisse über ihre Zielgruppe und deren Bedürfnisse zu sammeln. Wir geben sie freiwillig und sollen noch gegängelt werden. Mit unverständlich.

    • Es macht unter Umständen sinn, den Umfragezugang zu regulieren. Aber Freude bereitet dies zugegebenermaßen nicht.

  4. Ich will Ulisses keine Kompetenz unterstellen, aber die wissenschafttlichen Umfragen, die ich kenne, beginnen mit den Fragen über die persönlichen Daten und dauern 15-30 min.

    Oh, es ging um Umfragen für den Depp auf der Straße?

    • Hallo Falk,

      vielen Dank für Deinen Hinweis, doch sehen wissenschaftliche Befragungen anders aus als Consumer-Umfragen, oder?
      Ferner stellt dies lediglich einen kleinen Kritikpunkt dar. „Schlichte Charaktere“ werden durch die komplexen Fragen und Umfragestruktur unnötig behindert.
      Ich gebe Dir recht, die Zielsetzung und der Kontext sind von Bedeutung. Diese liegen nicht offen, doch unter Berücksichtigung des geschilderten Argumente bleibe ich bei der Position,
      es geht kundenfreundlicher und aussagekräftiger.

      Bestes
      Ingo

  5. Nach Deinem Artikel bin ich neugierig geworden und habe an der Umfrage teilgenommen. Zu lang fand ich sie nicht, allerdings zu kleinteilig. Eine Frage pro Screen war auch etwas mühsam sowie die langen Fragen. Auch Antwortmöglichkeiten wie „eher ja“, „eher nein“, deuten auf „eher jein“ hin, statt auf aussagekräftige Meinungsmache. Da so explizit auf spezielle Regelmechanismen eingegangen wird, scheint mir beim Auge einiges im Argen zu liegen. Interessant auch die Erwähnung eines Kickstarters.

    Was ich aus dieser Umfrage deutlich herauslas, war eine relativ hohe Unzufriedenheit der Auge-Spieler. Dabei ist die Lösung doch so einfach: „Balsam salabunde, heile Wunde“. Und wenn das nicht hilft, dann: „Saft, Kraft, Monstermacht – schlaget drein, sodass es kracht“! Denn „Foramen, Foraminor – öffnet euch, Tür und Tor“ ist lang vorbei.

    Zitate ©1984, als noch jemand zuschaute …

    • :-)
      Ich sehe es ähnlich. Ich gehe davon, dass der Markt von einem starken und offenen Dsa profitiert. So wirkt es gerade nicht.
      Der Inselgedanke, umringt von „Feinden“ bzw. die „selbstauferlegte Isolationshaft“ – wo wir sind ist vorne und der Status Quo, wirkt wenig einladend auf mich. Man kann wohl auch mit diesem Spiel ein paar nette Stunden erleben, aber wie?
      Bestes
      Ingo

  6. „Der DSA-Fan scheint, etwas gewohnt zu sein.“

    Bin keiner : ). Früher mal – zuletzt irgendwann DSA 3. Daher finde ich es natürlich schön, wenn sich mein Jugend-RPG regeltechnisch verschlanken will und wer sich bei solchen Gelegenheiten nicht äußert kann auch nichts (mit) verändern.

    Eins vorweg: ich hasse DSA 4. Aber ich kann das langwierig scheinende Zögern von Ulisses verstehen, was Regelinnovation angeht. Denn an D&D hat man gesehen, das man sehr sehr vorsichtig sein sollte, was neue Regelinhalte angeht, das kann – wenn falsch angepackt – kräftig nach hinten losgehen. Auch bei Warhammer o.ä. bleiben je Edition eine ganze Menge Fans der alten Edition zurück (viele sind bei der 2nd hängengeblieben). Und wahnsinnig viel neue kommen halt nicht nach. Bei DSA sicherlich noch weniger ;). Die Leute die DSA 4 äonenlang gezockt haben haben vielleicht gar keinen Bock sich wieder neu einzulesen (weil sie wenig anderes zocken und es nicht anders kennen). Auf die ist Ulisses aber angewiesen. Knifflige Sache halt, bei der man es sich vielleicht manchmal zu einfach macht ein „mehr Mut zur Innovation/zum Risiko/zur Verschlankung“ zu tröten (auch wenn das System einen aktuell ankotzt). Es steht halt viel auf dem Spiel.

    • Hallo, ich denke, dies ist eine schlüssige Argumentation zu diesem Thema.
      Das Problem wirkt allerdings hausgemacht.
      DSA war nie meins, aber der DSAler hat für mich etwas Konspiratives. Eine eingeweihte Gemeinschaft, die für Neue immer unzugänglicher wird. Der Nachwuchs bleibt aus und die Kernmasse altert bzw. kann/will die dauernden gleichartigen Ergänzungen nicht mehr mitgehen.
      Es gibt ein Änderungsrisiko, aber auf 1 „toten Pferd“ weiter zu reiten, macht es nicht besser.

      Ich denke, es geht noch ne Weile, aber wie lange noch?

      Es wäre gut, wenn der dt. Marktführer etwas einsteigerfreundlicher und offener wäre. Das würde wohl dem Markt helfen.

      WFR3 wird still und leise zu Grabe getragen, wie es aussieht. D&D 4 schwächelt, aber Coc z. B. schafft Editionswechsel bislang auch.

      Ich denke, die Renovierung wurde/wird zu lange hinaus gezögert und es wird nicht einfacher und wenn ein neues System spielbarer wird, dann schadet etwas Selbstbewusstsein nicht.

      Manche gehen, manche kommen … D&D next wird ein Erfolg, jede Wette und welche Maßstäbe angesetzt werden.

      Bestes
      Ingo

  7. ja, DSA5 wird sicherlich kommen. Man wird sich jetzt noch einmal absichern durch solche Befragungen etc., und irgendwie versuchen auszuloten mit welcher Variante man die meisten Leute mitnimmt. Hoffentlich wird es einigermaßen konsequent.

    Vor der Verschlankung der Redaktion, dem Umzug, dem Kauf der DSA Lizenzen hatte Ulisses vielleicht auch einfach notgedrungen viel mit sich selbst zu tun und evtl. einfach nicht das Geld (man hatte viel investiert), die Zeit, die Sicherheiten, die Leute usw. um den etwas risikofreudigeren Weg zu gehen. Man muss irgendwie ja auch erst mal Fahrt aufnehmen. Da ist es einfacher in bekannten Gewässern zu segeln. Problem hausgemacht = ja. Aber es komplett Ulisses in die Schuhe schieben würde ich es nicht, da sicher auch den Umständen geschuldet. Gruß!

    • Heja, auf diese Weise über das Spiel zu diskutieren wirkt angemessen und macht Spass. Sehr differenzierte Meinung, dies…
      Ich stimme zu, dass es nicht alleine am aktuellen Rechteinhaber, doch unbedingt besser, hat es die bisherige Trägheit nicht gemacht. Eine Renovierung und Bereinigung scheint unausweichlich. Der Weg über Umfragen, Kundenbefragungen wirkt zeitgemäß, doch die Umsetzung…? Hm.

      Ich denke, eine iterative Befragung und Umsetzung setzt(e) positive Signale. Open Development wie es Onyx Path mit V20 zeigt, ginge auch für Dsa.

      Wie wäre es mit einem Dsa-Kataklysmus? Die Realms… :-)

      Bestes
      Ingo