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Apocalypse World: Dark Age – First Playtest

AW:Dark Age First Playtest (Image: obskures.de)

AW:Dark Age First Playtest (Image: obskures.de)

Lumpley Games. Meguey und Vincent Baker veröffentlichten gestern den AW:Dark Age First Playtest. Zuvor gab es lediglich einzelne Previews. Die Autoren gehen davon aus, dass die Spieletester Apocalypse World kennen. Ohne Systemkenntnis könnte es recht schwierig werden, etwas mit dem neuen Material anzufangen. Ich denke jedoch, mit etwas Mitdenken erschließt sich vieles.

Der erste Spieltest umfasst vier Dateien.

Die Instructions (8 Seiten) beinhalten ein paar Hinweise zum Playtest, die Basis Rules und das Setting. Das Spiel setzt nach dem Fall eines – fiktiven – Roms an. Dies ist im Übrigen keine Lektion in Geschichte, sondern Geschichten, d. h. erwartungsgemäß liegt die genauere Ausgestaltung des Hintergrunds in den Händen der Gruppe.

Names (5 Seiten) beinhaltet genau das, was man von einer solchen Datei erwartet. Fünf Seiten mit Namen aus verschiedenen Kulturkreisen (Algonquian bis Welsh). Hm.

Die sogenannten Rights (7 Seiten) erinnern ein wenig an Traditionen (Rights: the Land itself, Rights: the Old Ways, usw.). Die Rights: the Land itself beziehen sich beispielsweise auf eine fantastische Interpretation des nordeuropäischen Paganismus.

Kein World-Spiel ohne Playbooks: Sheets (26 Seiten) fasst genau diese zusammen. Hierzu gehören der oder die Keep Liege, Troll-Killer, Castellan, War-Champion, Peasant Beauty, Dragon-Herald, Wicker-Wise, Outranger, War-Captain, Blacksmith und schließlich der Court Wizard. Es besteht ferner die Möglichkeit eigene Playbooks zu entwickeln. Der Rest dieses Regelteils beschäftigt sich mit Strongholds, Enchantments und konkreten Moves.

Auf den ersten Blick erinnert mich Vincent Bakers neuer Entwurf stark an King of Dragon Pass und die Rollenspiele Reign und Houses of the Blooded. Die Herausforderungen des eigenen Clans (hier Stronghold) oder der Organisation, der die Spieler angehören rücken in den Vordergrund.

Der Spieltest wird es sicher noch genauer zeigen, aber klassische “D&D Murder Hobos” scheinen nicht im Fokus zu liegen. Apocalypse World, also das Original bzw. die Vorlage der * World-Systeme, und nun auch Dark Age wirken auf mich deutlich unzugänglicher als z. B. Dungeon World oder tremulus. Vincent Baker wartet immer wieder mit interessanten und spannenden Ideen auf, aber seine Nachahmer erläutern die Regeln mitunter verständlicher.

Der erste Playtest von Apocalypse World: Dark Age steht nach einer kostenlosen Registrierung direkt zum Download zur Verfügung. Wer will, kann im Forum seine Eindrücke schildern. Na dann, viel Spaß!

PS: Ein kleiner Exkurs in Sachen Spielstile und Hinterteilfixierung. Der Kollege von der Seifenkiste behauptet in seinem Beitrag Improvisieren? MY ASS!!!, dass das Entwickeln eines Abenteuers aus dem Stegreif nicht so das Gelbe vom Ei sei. Ich behaupte eher das Gegenteil. Genauso wie Geschmäcker unterscheiden sich auch Spielstile. Wiederkäuen ist immer wieder so spannend wie das Zählen fallender Blätter im Herbst. Eine Exposition und eine grobe Idee, wohin es gehen kann, genügen in aller Regel für ein Abenteuer oder gar eine Kampagne. Improvisieren ist nicht gleich Improvisieren – Tsu´s Abenteuerwerkstatt #2. Tsu zeigt sehr anschaulich (und gut), wie es auch gehen kann. Sein World of Darkness-Abenteuervorschlag verdeutlicht ganz nebenbei, warum es sich unter anderem lohnt, sich mit Apocalypse World und Co. zu beschäftigen – z. B. wegen der Threats (in der Abenteuerwerkstadt), denn vorgefertigte Abenteuer (besonders die mit Vorlesetexten) sind zumeist sooo laaaannngweilig. Es geht anders, nein, besser, weil schlicht und ergreifend individueller …

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#RPGaDAY – Fifth and Final Week

@autocratik‘s  #RPGaDAY conversation has officially ended yesterday. I was on vacation and had no time to conclude my contribution.

#RPGaDay (Image: autocratic.com/@autocratik)

#RPGaDay (Image: autocratic.com/@autocratik)

#28 Scariest Game you’ve played
In Nomine Satanis/Magna Veritas (Not the pacified US version!): Violence is not the last resort and the lines between good and evil blur. Superficially, INS/MV  offers black humor, but on a second thought the laughs can stick easily in your craw.
Kult: A game that feels “more real” (authentic?) than Hellraiser to me.
Call of Cthulhu: A “good” Call of Cthulhu game is about doom. Everybody has to die screaming or at least insanity is knocking on your front door. Your mileage may vary.
Unknown Armies: Hellraiser, again. Very strange stuff.

#29 Most memorable encounter
Far too many to pick a single one, but pretty close: The end of our Vampire: The Masquerade campaign. Don’t fight the wrong guys, Caine is not the only “bad guy” in the Bible.
Finally, scythed chariots in narrow streets can be quite devastating. Once upon a time we just managed to avoid the TPK (Total Party Kill) of our Tunnels & Trolls group.

#30 Rarest RPG owned
Mächte, Mythen, Moddermonster (both editions – German), Lace & Steel 1ed.? Don’t know.

#31 Favourite RPG of all time
Tunnels & Trolls. Period.
Honourable mention: Unknown Armies!

 

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Forbes: Selling The New Dungeons & Dragons

D&D Player's Handbook (Image: Wizards of the Coast)

D&D Player’s Handbook (Image: Wizards of the Coast)

Forbes. Das amerikanische Wirtschaftsmagazin beschäftigte sich vor ein paar Tagen mit dem Verkauf des neuen Dungeons & Dragons. Hierzu interviewten sie Nathan Stewart, Brand Director und Executive Producer für Dungeons & Dragons bei Wizards of the Coast.

Es dürfte sich mittlerweile bei vielen Würfeldrehern herum gesprochen haben, dass das Player’s Handbook nach der Veröffentlichung bei Amazon.com direkt auf Platz 1 der Best Sellers in Books schoss. Gerade steht das Regelbuch auf Platz 8.

Des Weiteren lesen wir unter anderem:

  1. Erfahrenen Spielern empfiehlt der Befragte, mit den kostenlosen Basis Rules anzufangen, ein wenig zu spielen und dann bei Bedarf nach und nach das Player’s Handbook, Monster Manual und Dungeon Master’s Guide  anzuschaffen.
    Geht das in Richtung Rockefeller-Prinzip? Basisregeln verschenken, um vollwertige Regelwerke mit mehr Optionen zu verkaufen?
  2. Anfänger seien mit dem Starter Set nicht schlecht beraten. Ferner spricht er von “one of the biggest box launches that we’ve ever seen.”. Was das auch immer bei den Küstenzauberern heißen mag? Zahlen gibt es (natürlich) nicht.
    Inhaltlich erscheint mir die Box in Ordnung. Das, nein, die Abenteuer können allemal mehr als das Material aus den Star Wars Beginner-Boxen. Ich brauche keine Counter und Poster.
  3. Das neue D&D sei sowohl im Massen- als auch im Hobbymarkt sehr erfolgreich.
  4. Es gibt keine offizielle Auswertung, inwieweit ehemalige, bestehende oder neue Spieler den Editionswechsel mitmachen. Letztere seien jedoch das vorrangige Ziel.
  5. Dennoch gehe es zunächst um die etablierten Spieler, erst danach stehe das breitere Publikum auf dem Plan.
    Irgendwie klingt das ein wenig nach Widerspruch, womöglich habe ich etwas übersehen.
  6. Zur Frage, wie gut sich die elektronischen Ausgaben älterer Editionen verkaufen, antwortet Nathan Stewart, dass die Zahlen gut seien und “I don’t care how you play it… we want to get you playing D&D.”. Vermutlich nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht nachvollziehbar, denn jeder hat eigene Präferenzen.
    Ich für meinen Teil glaube nicht an richtiges oder falsches Rollenspielen. Jede Gruppe spielt (etwas) anders. Manche Systeme fördern, andere hemmen den eigenen Spielstil.

Auch wenn ich Pathfinder immer wieder scharf als Copy & Paste-Epigone kritisiere, soll jeder mit dem Spiel glücklich werden. Ich vertrete hier – meine – andere Meinung, und ich freue mich darauf, heute Abend das neue Dungeons & Dragons am (virtuellen) Spieltisch anzuspielen. Bis jetzt sieht es danach aus, dass das Rollenspiel wieder in den Vordergrund rücken kann und die umständliche Regelmeierer (“Du kannst aber nur 3 Felder gehen. Warte mal, dafür gibt es +2, nein, +3 … “) zumindest ein wenig auf die Plätze verwiesen wird. Das hat wenig mit Editionskrieg (etc.) zutun, denn D&D3.X war – für mich – eine der schlechtesten aller D&D-Regelversionen. Einfach eine Frage des Geschmacks und der Präferenzen.

“Look, as sentient meat, however illusory our identities are, we craft those identities by making value judgements.
Everybody judges, all the time. Now, you got a problem with that, you’re living wrong.”
- True Detective Rust Cohle (HBO)

Source: Forbes
via: Marcus L.

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#RPGaDAY – Fourth Week

This is the next to the last week of the #RPGaDAY conversation launched by @autocratik. Everything comes to an end, but here we go …

#RPGaDay (Image: autocratic.com/@autocratik)

#RPGaDay (Image: autocratic.com/@autocratik)

#22 Best Secondhand RPG Purchase
I think a tie between Ghostbusters International (without the Ghostbusters die), Sandman: Map of Halaal and The Golden Dawn for Call of Cthulhu.

#23 Coolest looking RPG product / book
The original Skyrealms of Jorune has a few fantastic pieces of art, Feng Shui was ahead of the times and I also like Vampire: The Masquerade and the Dictionary of Mu. Finally, I would vote for Shadows of Esteren and Cthulhutech.

#24 Most complicated RPG owned
I prefer rules-lite RPG. I think some Hero books or Continuum: Roleplaying in the Yet?

#25 Favourite RPGs no one else wants to play
Agone, The Day after Ragnarok or Fate of the Norns? Some more, I have to think about this …

#26 Coolest character sheet
Dungeon World, tremulus  – I love the playbook concept. Agon (yes, without an e) has beautiful character sheet. Finally, I don’t really care about character sheets. A a scrap of paper is usually enough …

#27 Game You’d like to see a new / improved edition of …
Definitely, Cyberpunk 2020 (Talsorian Games), Feng Shui (is coming) and last, but not least  Unknown Armies!

Four days to go. Maybe I some questions … We are going to play the new Dungeons & Dungeons 5, tonight. I am quite excited. Game on.

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Achtung! Cthulhu – The Secret War Movie Announced

ACHTUNG! CTHULHU Movie - The Secret War (Image: Modiphius Entertainment)

ACHTUNG! CTHULHU Movie – The Secret War (Image: Modiphius Entertainment)

Modiphius Entertainment. Chris Birch will seine pulpige Melange aus H. P. Lovecraft inspiriertem Horror und einer Fiktion des 2. Weltkriegs auf die Leinwand bringen. Überaus ambitioniert wird in der Pressemitteilung sogar von “Achtung! Cthulhu is envisaged as a series of films following the exploits of various characters through the Secret War and will be accompanied by a special web series for fans.” gesprochen.

Im Sommer 2015 soll mit dem Film Achtung! Cthulhu – The Secret War begonnen werden. Neben ihm mischen noch Dirk Vandereyken (Autor/Script Writer) und Raine McCormack (Director) mit. Alle drei mehr oder minder No-Names im Filmgeschäft.

Jetzt mal Hand aufs Herz, wie viele – gute – SPIELfilme gibt es? Mutant Chronicles? Mehr als einen Trash-Bonus gibt es dafür nicht. Über die Dungeons & Dragons-Machwerke legen wir besser ganz den Mantel des Verschwiegenheit. Die deutschen Projekte Die Farbe und voraussichtlich auch The Dreamlands (Die Traumlande) genügen gut gemachten Fan-Filmansprüchen. Ich habe beide Projekte unterstützt, aber ich erwarte keine Blockbuster.

Dementsprechend zurückhaltend reagiere ich auf die aktuelle Ankündigung, insbesondere wenn ich dort zunächst “the Achtung! Cthulhu gaming line will now be expanded upon with a feature-length movie that will bring many of the characters presented in the roleplaying game and board game to life.” lese und dann “Modiphius is considering a Kickstarter in the Spring of 2015 to top up the budget as well as funding a series of roleplaying supplements and other games tied in to the storyline of the movies.” folgt.

Habe ich etwas nicht mitgeschnitten? Sind die Sachen der bisherigen Kickstarter-Kampagnen bereits fertig und ausgeliefert? Ich glaube nicht. In London wird augenscheinlich sehr früh big an die Zukunft gedacht…

Ich wünsche mir, dass meine Zweifel vom Cthulhu Mythos beiseite gefegt werden und dass der Achtung! Cthulhu – The Secret War Movie richtig rockt. Na, dann viel Erfolg, Mr. Birch.

PS: Abteilung Traumlande: Ein – richtiger(!) – Shadowrun- oder Dragonlance-Film hätte was. Wobei ein Werewolf: The Apocalypse-Streifen auch nicht schlecht wäre. Ich korrigiere, moderne Fernsehserien sind das bessere Kino! Gerade fällt mir die Vampire: The Masquerade-Serie ein. Auweia.

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No Salvation for Witches (LotFP) via Indiegogo

No Salvation for Witches (LotFP) (Image: Jason Rainville/Lamentations of the Flame Princess)

No Salvation for Witches (LotFP) (Image: Jason Rainville/Lamentations of the Flame Princess)

No Salvation for Witches. James Raggi, der Mann hinter Lamentations of the Flame Princess (LotFP), und der Horror-/Splatterexperte Rafael Chandler, offerieren via Indiegogo ein historisch-übernatürliches Rollenspielabenteuer mit 64 vollfarbigen DIN A5-Seiten. Der Clou an dem Hardcover-Angebot: Pay What You Want (Bezahl was Du willst) (+ extra shipping: ca. 5,- €)

Man kann über die Old School Renaissance (OSR)-Bewegung sagen, was man will, aber sie ist immer wieder für eine Überraschung gut. Wenngleich ich persönlich nicht auf Retro-Klone stehe. Damals vor (über) 30 Jahren hatten wir nicht viel anderes, heute gibt es elegantere Spielmechaniken. Nichtsdestotrotz stolpere ich bei den “Rückwärtsgewandten” immer wieder über coole Spielideen (The Magnificent Joop van Ooms (!), The God that Crawls).

No Salvation for Witches könnte wieder so ein unkonventionelles Ding sein und Hexen sind immer ein ausgezeichnetes Grundthema. Manche stehen auf marode, matte Zombies – andere zeigen Herz für die  “Teufelsweiber”.

“England, 1620.

To strike a blow against the Patriarchy, six women perform a dangerous rite in an abandoned priory. Through their art, they commune with Terpsichore, Greek muse and patroness of dancers.

Starving demons slither across the moors; monstrous nuns shriek in the infirmary; and within the Attic, a great unraveling awaits.

The fate of the world rests in the hands of the player characters…”
- No Salvation for Witches Indiegogo campaign

Das Setup klingt doch vielversprechend, oder? Das Horror-Abenteuer für Erwachsene (also ab 18 Jahren!) scheint überdies fertig zu sein, denn am 26. August endet die Crowdfunding-Aktion und am 27. sollen die Unterstützer bereits die elektronische PDF-Version erhalten. Die verfügbare No Salvation for Witches-Vorschau deutet an, was die Fans erwartet.

“We all carry nails and hammers, in the event that we should encounter a particularly obstreperous Christian.”
- Demeter: No Salvation for Witches preview (25. August 2014)

Eine Vorabbesprechung gibt es ebenfalls. Wer also bei dieser Indiegogo-Kampagne nicht mitmacht und ein paar Euros investiert, dem kann vermutlich mit babyblauen Splittermond geholfen werden. Auch auf die Gefahr, dass ich mich unbeliebt mache, aber das German-Biedermeier-Lorakis und seine unentschlossenen Möchtegern-Dragonlance-Drachlinge oder die Tolkien-Immersommeralben und das schwer nach Alte Welt riechende Tiefdunkel (usw.) mag seine Vorbilder nicht benennen, aber mit etwas Rollenspielerfahrung stellt sich zumindest mir die Frage, wozu noch mehr Rollenspiel-Generika? Nach zwei Bänden endet der Murks für mich. Your mileage may vary. Enjoy.

Ich unterstütze lieber No Salvation for Witches.

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Dungeons & Dragons: Player’s Handbook 5 Ed. & Red Wolf

Red Wolf, der erste mit dem D&D5 Player's Handbook erstellte Charakter (Image: obskures.de, sheet: Wizards of thes Coast)

Red Wolf, der erste mit dem D&D5 Player’s Handbook erstellte Charakter (Image: obskures.de, sheet: Wizards of thes Coast)

Wizards of the Coasts. Das Player’s Handbook: A Core Rulebook for the fifth edition of Dungeons & Dragons (D&D Core Rulebook, PHB) erschien vor Kurzem. Die Allerwenigsten dürften ein oder zwei Wochen nach der Veröffentlichung über umfangreiche Spielerfahrung verfügen. Einige Händler (z. B. Amazon.de) haben noch nicht einmal umfassend ausgeliefert. Dementsprechend macht an dieser Stelle eine – fundierte – Besprechung/Review wenig Sinn.

Doch nach dem Erstellen eines Charakters, besagtem Red Wolf (1st Level Barbarian), und ein wenig Querlesen erlaube ich mir ein paar Ersteindrücke. Unsere Runde orientiert sich an der D&D Adventurers League (Choose Race, choose Class, determine abilities (15, 14, 13, 12 ,10 ,8), pick character’s name, alignment (non evil only), background – Choose one faction: The Harpers, Order of the Gauntlet, Emerald Enclave, Lord’s Alliance, The Zentharim, max. money).

Meine erste Charaktererschaffung dauerte mit Pausen rund 2 Stunden. Es geht mit Sicherheit wesentlich schneller. Freunde mit 30 Jahren D&D-Erfahrung benötigten kaum mehr als 15 bis 30 Minuten. Von Dungeon World und tremulus kommend, erscheint die aktuelle D&D-Prozedur, um einen Charakter an den Start zu bekommen, ziemlich aufwändig. Folgt man den Step-by-Step-Regeln (PHB, S. 11 ff) wird man nicht umhinkommen, viel im Player’s Handbook zu blättern. Erst wählt man eine Rasse (bzw. Sub-Rasse), eine Klasse, die Attribute und schließlich folgt die Charakterbeschreibung einschließlich der Ausrüstung. Um es kurz zu machen, meines Erachtens fehlt dem Buch eine gute Organisation oder Übersicht. Die Rassen-, Klassen- und neuerdings Hintergrundeigenheiten sind über das ganze Buch verteilt. Die Auswahl der Fähigkeiten (skills) und Fertigkeiten (proficiencies) hängt beispielsweise maßgeblich von der Rasse (z. B. Human – one skill of your choice), der Klasse und dem Hintergrund ab. Zudem überschneiden sich die Optionen teilweise …

Ich fand das ganze Prozedere etwas mühselig, aber auch unterhaltsam und lohnenswert. Die neuen Hintergrundangebote (Personality Traits, Ideals, Bonds und Flaws) erinnern an Burning Wheel oder auch Fate. Sie sollen den Charakteren gewissermaßen Leben einhauchen. Der Dungeon Master kann für das Ausspielen dieser Eigenheiten Inspiration vergeben. Spieler können sich anschließend mit diesen Gummi- oder Schicksalspunkten einen Vorteil erkaufen. Die eigene Hintergrundgeschichte und die Spielmechanik verbinden sich dabei elegant zu einem organischen Gesamtbild. Nicht wirklich neu, aber auf den ersten Blick gefällt mir dieser Ansatz besser als das Schreiben einer Kurzgeschichte oder das eher schematische Punkte sammeln bei Fate. Der eigene Hintergrund entsteht quasi nebenbei im Hinterkopf. Sehr clever diese Backgrounds … Mal sehen, wie sich dieser Mechanismus am Spieltisch machen wird.

Die Fünfte wendet sich glücklicherweise von den beiden Vorgängereditionen ab. Es geht wieder in Richtung (A)D&D, ohne dabei altbacken zu wirken. Die eigentlichen Regeln benötigen weniger als 30-Seiten (PHB Part 2, S. 171-198). Es scheint so, dass im Vergleich zu den Zahlen- und Bonusschlachten vergangener Tage viel unnötiger Ballast abgelegt wurde. Feats gibt es gefühlt viel weniger (nicht gezählt) und sie sind zudem optional. Häufig springt dabei ein direkter Attributsbonus heraus. Das Klein-Klein der letzten Editionen scheint – vorerst – gebannt. Die Kernspielmechanik basiert augenscheinlich auf den Vor- und Nachteilen. Hierbei werden 2W20 geworfen und das beste oder schlechteste Ergebnis genutzt.

Mit dem Dungeons & Dragons: Player’s Handbook bestätigt sich meine – bislang – positive Wahrnehmung des D&D Starter Sets und der Basic Rules. Das Streamlining steht der Rollenspielmutter gut zu Gesicht. Eine Frage bleibt indes: Ist das neue D&D wieder ein Spellslinger-Rollenspiel (Wizards, etc.)? Die vollkommen unterschätzte vierte Edition hatte dieses Manko mehr oder minder beseitigt. Jetzt sieht es wieder danach aus, dass die Zauberklassen ihre weniger magischen Mitstreiter früher oder später obsolet erscheinen lassen. Abwarten. Wir starten zunächst ohne großen Sprücheklopfer mit einem Halfling Bard, Dragonborn Monk, Half-Elf Ranger und eben einem Human Barbarian. Nach meinem Dafürhalten geht das neue D&D zurzeit mehr in Richtung Rollenspiel und weg von den hemmenden und lästigen Battle Maps – dementsprechend freue ich mich auf das erste barbarische Abenteuer von Red Wolf.

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The Savage World of Lankhmar & The Sixth Gun

The Savage World of Lankhmar naht: Fafhrd and Gray Mouser (Dark Horse Comics) & The Sixth Gun (Oni Press) (Image: obskures.de)

The Savage World of Lankhmar naht: Fafhrd and Gray Mouser (Dark Horse Comics) & The Sixth Gun (Oni Press) (Image: obskures.de)

Pinnacle Entertainment Group. Mit The Savage World of Lankhmar kündigen die Oberwilden ihre Interpretation des Sword & Sorcery-Klassikers aus der Feder von Fritz Leiber an. Wer kennt Fafhrd und Gray Mouser nicht?

Shane Hensley (TSRs Lankhmar Box) und Tim Brown (Dark Sun, Dragon Kings) übernehmen die Entwicklung der Reihe:

“Lankhmar: City of Thieves: Our first book details the city of Lankhmar and its most important players, including Fafhrd and the Gray Mouser. A full Plot Point Campaign allows a party of street-level “diamonds in the rough” to rise to prominence in the “City of Seventy Score Thousand Smokes.”

 

Savage Foes of Nehwon: Powerful sorcerers, terrible creatures, and ruthless villains prowl the marshes, mountains, forests, cities, and vales of Nehwon. This book features several dozen of the most insidious threats, along with adventure seeds and Savage Tales Game Masters can use to work them into his campaign.

 

Savage Tales of the Thieves’ Guild: A series of thematically linked game adventures the Game Master can run individually or as an entire Plot Point campaign, all churning around the villainy found on Cheap Street near Death’s Alley and Murder Alley, home of the infamous Thieves’ Guild.

 

Premium Metal Miniatures: 28mm Heroic Scale miniatures of Fafhrd, the Gray Mouser and a selection of other barbarians, scoundrels, and heroes the player characters can use to represent their characters in the game. (Metal, unpainted.)

 

Lankhmar Game Master’s Screen: The Game Master’s screen features a full, three-page illustration of Fafhrd and the Gray Mouser in action on one side and the most important charts and tables for Savage Worlds on the other. It includes a 32-page adventure that lets a group jump right into the action and adventure of Lankhmar.”
- Pinnacle preview flyer (23. August 2014)

Pinnacles Soloman Kane-Sachen wirken ganz okay. Das könnte also was werden mit Nehwon in ihren Händen. Leider wird noch kein Termin kommuniziert. Ill Met in Lankhmar und andere Fritz Leiber-Stories beeindruckten mich mehr als die weichgezeichneten Schwarz-Weiß-Fantasien von Tolkien. Sword & Sorcery eben – ich denke, dabei wird es auch bleiben. Sofern sich Pinnacle keinen groben Schnitzer erlaubt, wird das Puppenschubser-Rollenspielsystem ignoriert, und das neue Lankhmar-Rollenspielmaterial angeschafft.

Nach Microsofts aktuellen Entlassungsplänen ging das Gerücht um, dass die geplante Deadlands TV Show gecancelled wurde. Wenn man jedoch Shane Henseleys Aussagen glauben schenken will, wird weiter an der Serie gearbeitet. Wer weiß, womöglich reiten nicht nur XBOX-Besitzer bald durch den Weird West.

Oni Press, ein amerikanischer Comic-Verlag, veröffentlicht seit 2010 die Grusel-Westernserie The Sixth Gun von Cullen Bunn und Brian Hurtt. Das Setting der Serie erinnert stark an den Weird West mit einer Brise Jonah Hex (DC Comics). Dieser Revolver-Antiheld hat wohl ohnehin diese ganzen Weird Western Tales maßgeblich geprägt. In The Sixth Gun gibt es sechs von dunklen Kräften besessene Revolver … The Sixth Gun befindet sich im Besitz von Becky Montcrief. Sie wird begleitet von Drake Sinclair, der seinerseits mit seinen Schießeisen umzugehen weiß. General Hume und andere Schurken zeigen massives Interesse an den magischen Waffen …

Cullen Bunn veröffentlichte vor ein paar Tagen ein Bild des Casts des The Sixth Gun-Pilotfilms, der beim Sender nicht so gut ankam. Dennoch liegt ein Lizenz-Rollenspiel nahe. Die Pinnacle Entertainment Group nimmt sich der Sache an …

Es kommt einiges auf die Savages zu. Im neuen Pinnacle Preview Flyer gibt es weitere Infos über The Last Parsec, Weird War One und Necessary Evil II: Breakout. Damit nicht genug Rippers wird wiederkehren.

The Savage World of Lankhmar und The Sixth Gun kommen schon mal auf meine Liste.

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Feng Shui 2 & Mouse Guard 2nd Edition

Latest Mouse Guard RPG Box: Mouse Guard RPG 2nd Edition and Feng Shui 2 are coming (Image: obskures.de)

Latest Mouse Guard RPG Box: Mouse Guard RPG 2nd Edition and Feng Shui 2 are coming (Image: obskures.de)

Atlas Games. Feng Shui 2, die 2nd Edition von Robin D. Laws Hong Kong-Action-Movie-Rollenspielklassiker, wird voraussichtlich im September, genauer ab dem 17.09.2014, via Kickstarter finanziert.

Der Herausgeber bietet derweil eine Infomail an, sofern man eine E-Mail hinterlässt.

Feng Shui war einmal Kult! Lange vor Splittermond verwendete es ein Ticksystem. In unserer aktuellen Playtest-Version war dieses Regelartefakt bedauerlicherweise noch enthalten. Ich denke nicht, dass sie das ändern. Dungeon World & Co. zeigen indes, dass es anders – schneller – geht.
Trotz dieser Altlast und Kickstarter Fatigue wird es wohl schwer, um diesen Klassiker herumzukommen.

Damit nicht genug.

Ja, Archaia Entertainment planen für Anfang 2015 die Veröffentlichung eine 2nd Edition des Mouse Guard RPGs. David Petersen, der Zeichner der Comicvorlage, arbeitet wohl schon eine Weile an diesem Projekt.

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#RPGaDAY – Third Week

Gen Con 2014 is over. I think the interest in the #RPGaDAY conversation launched by @autocratik diminishes, but I want to answer all question. Enjoy.

#RPGaDay (Image: autocratic.com/@autocratik)

#RPGaDay (Image: autocratic.com/@autocratik)

#15 Favourite Convention Game
Dust Devils (very often a blast with open-minded gamers) and Geschenkt … ist noch zu teuer! (engl. No thanks! - a small card game for in-between two game sessions). Honorable mention: In Nomine Satanis, Unknown Armies and Night’s Black Agents.

#16 Game you wished you owned
Too many, but I want English or German translations of some foreign games like Symbaroum (Swedish), Cops, Scales or the last edition of In Nomine Satanis (all French). Bunnies & Burrows or Dune would also be nice.

#17 Funniest game you’ve played
A tie between Paranoia and In Nomine Satanis

#18 Favourite Game System
That depends, but I always prefer K.I.S.S. (keep it simple & straight) games. At the moment I really like roleplaying games powered by the Apocalypse World engine (tremulus, Dungeon World).

Un-Favourite System(s)
Pathfinder(!), the Star Wars Roleplaying Games by FFG (Star Wars: Edge of the Empire, Star Wars: Age of Rebellion, Star Wars: Force and Destiny), Numenera, Splittermond (German) and any crunch or power gamer system

#19 Favourite Published Adventure
The first parts of the original Enemy Within campaign for the Warhammer RPG, Ravenloft or Rahasia

#20 Will still play in 20 years time
Don’t know.

#21 Favourite Licensed RPG
The One Ring, the old d6 Star Wars RPG
I am neither a huge fan of Tolkien nor the “Lucasverse”, but these games get the atmosphere of the original sources.

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